Grundsätze zur Stimmrechtsausübung und Unternehmensdialog bei der Migros Bank («Active Ownership»)
Einleitung
Definition
Active Ownership ist ein Ansatz für verantwortungsbewusstes Anlegen, bei dem Investorinnen und Investoren mit den Unternehmen, in die sie investieren, zusammenarbeiten und interagieren, um finanzielle, ökologische und soziale Werte zu schaffen und so positive und langfristig nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Dies beinhaltet die Wahrnehmung der Stimmrechte bei Aktienanlagen im langfristigen Interesse aller Anspruchsgruppen des Unternehmens und ein aktiver Dialog zur langfristigen Unternehmensentwicklung.
Beweggründe
Als menschliche Bank sind wir uns der Verantwortung für die Wirkung unserer Geschäftsaktivitäten auf Umwelt und Gesellschaft bewusst. Wir unterstützen daher die Klimastrategie der Schweiz und die Klimaziele der Migros-Gruppe und engagieren uns für die Bedürfnisse der Menschen. Dazu realisieren wir innovative Lösungen und Dienstleistungen, welche die Finanzentscheidungen unserer Kundinnen und Kunden nachhaltiger machen.
Als Vermögensverwalter möchten wir durch Active Ownership positiven Einfluss auf die investierten Unternehmen ausüben. Dafür lässt sich die Migros Bank von der Ethos Services SA («Ethos») beraten. Die Ethos Stiftung wurde 2004 von Pensionskassen mit dem Ziel gegründet, nachhaltig und verantwortungsbewusst zu investieren.
Beim Active Ownership orientiert sich die Migros Bank an den Empfehlungen des Swiss Stewardship Code. Diese Grundsätze finden sich bei der Migros Bank in der nachhaltigen Anlagepolitik wieder. Die Migros Bank handelt dabei ausschliesslich im Interesse ihrer Anlagekundinnen und Kunden , das heisst unabhängig von anderen Geschäftsbereichen und Kundenbeziehungen.
Stimmrechtsausübung («Voting»)
Nachhaltige Stimmrechtsrichtlinie
Die Stimmrechtsausübung bei Aktiengesellschaften kann ein effektiver Weg sein, auf die investierten Unternehmen positiven Einfluss auszuüben. Ausserdem kann die Ausübung der Stimmrechte ein zusätzlicher Hebel sein, die Engagement-Gespräche mit den investierten Unternehmen und die Forderungen zur Verbesserung der nachhaltigen Geschäftspraktiken zu unterstützen. Die Grundsätze zu den Stimmrechtsempfehlungen finden sich in den Stimmrechtsrichtlinien zur Ausübung der Stimmrechte von Ethos wieder. Diese beinhalten unter anderem Empfehlungen zur Genehmigung des Jahresberichtes, der Entlastung und Wiederwahl von Verwaltungsräten, dem Nachhaltigkeitsbericht, der Vergütungspolitik und den Aktionärsrechten. Anträge, die zu einer Reduktion der Umwelt- und sozialen Risiken führen, werden unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Aspekte unterstützt. Abgedeckt sind Schweizer Aktiengesellschaften und grosse internationale Unternehmen, in welche die Migros Bank Anlagefonds investieren. Die Richtlinien werden jährlich überprüft.
Von der aktiven Stimmrechtsausübung sind bei der Migros Bank alle klassischen und nachhaltigen Strategiefonds sowie Anlageklassenfonds für Aktien, Obligationen und Immobilien mit Domizil Schweiz abgedeckt.
Organisation
Die Migros Bank stützt sich bei der Analyse der Unternehmen und Traktanden, der Erstellung der Stimmempfehlungen, dem Reporting sowie für die administrative Unterstützung auf Ethos. Die Migros Bank kann bei Bedarf von den Empfehlungen von Ethos jederzeit abweichen. Die Entscheidung liegt innerhalb der Migros Bank bei der Stelle Nachhaltigkeitsresearch im Investment Office und wird jeweils schriftlich begründet und dokumentiert. Die Stimmrechtsempfehlung der Migros Bank wird an die Fondsleitung UBS Fund Management (Switzerland) AG schriftlich übermittelt. Die Fondsleitung ist die rechtliche Inhaberin der Stimmrechte und kann von der Empfehlung der Migros Bank abweichen.
Unternehmensdialog («Engagement»)
Nachhaltiger Dialog mit Unternehmen
Der konstruktive Dialog mit Unternehmen zu nachhaltigen Themen kann zu einem langfristig besseren Risiko-Rendite Profil beitragen und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf das Unternehmen und die Gesellschaft zur Folge haben. Wo notwendig, können Eskalationsmassnahmen angewandt werden, um die benötigten Verbesserungen von den Unternehmen einzufordern.
Die Migros Bank wird bei den Engagementaktivitäten durch Ethos unterstützt. Der Dialog folgt den Ethos Engagementrichtlinien, die vielfältige Themen rund um Unternehmensführung, Soziales und Umwelt umfassen. Ethos steht in direktem Kontakt mit ausgewählten Unternehmen, vornehmlich aus der Schweiz. Im Ausland kooperiert Ethos in Zusammenarbeit mit anderen Investoren («kollaborative Engagements») mit erfahrenen und angesehenen Organisationen. Das Engagement erfolgt via Initiativen, welche ein breites Spektrum an Unternehmen abdecken.
Das Engagement umfasst alle klassischen und nachhaltigen Strategiefonds sowie Anlageklassenfonds für Aktien, Obligationen und Immobilien mit Domizil Schweiz und alle Migros Bank Vermögensverwaltungsmandate. Dabei erfolgt der Dialog mit ausgewählten Unternehmen.
Organisation
Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Engagement wie Themenauswahl, Unternehmensauswahl, Dialogdurchführung, Monitoring der Fortschritte sowie die Dokumentation werden von Ethos verantwortet. Dies kann entweder durch einen direkten Dialog durch Ethos oder über eine Zusammenarbeit mit anderen Investoren («kollaborative Engagements») durchgeführt werden. Das Nachhaltigkeitskomitee Investment Office der Migros Bank entscheidet unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsstrategie der Migros Bank über die Teilnahme an den von Ethos angebotenen Engagementaktivitäten und allfälligen Eskalationsmassnahmen. Die Entscheidungen werden dokumentiert und festgehalten.
Eskalation
Der Unternehmensdialog ist ein langfristiger Prozess, da er den Unternehmen Zeit lassen muss, die Vorschläge in der Praxis umzusetzen. Dies kann mehrere Jahre dauern. Zur Messung des Erfolges von Engagementaktivitäten werden durch Ethos messbare und zeitlich limitierte Erfolgskriterien definiert. Tritt keine wesentliche Verbesserung durch die vereinbarten Massnahmen ein, werden geeignete Eskalationsmassnahmen initiiert. Die Eskalationsmassnahmen können die Einreichung oder Unterstützung von Aktionärsanträgen, die Wortmeldung an der Generalversammlung oder die Änderung des Stimmrechtsverhalten, wie beispielsweise die Abwahl des Verwaltungsrates, beinhalten. Die Aufzählung der Eskalationsmassnahmen ist nicht abschliessend und wird von Ethos situativ vorgeschlagen.
Interessenskonflikte
Das Migros Bank Merkblatt für den Umgang mit Interessenskonflikten gilt auch für die Stimmrechtsausübung und den Unternehmensdialog.
Berichterstattung & Transparenz
Die vorliegenden Grundsätze werden als Teil der nachhaltigen Anlagepolitik auf der Webseite der Migros Bank öffentlich publiziert.