Vorsorgen

Säule 3a Bank oder Versicherung: Was ist besser?

Bei der Säule 3a haben Sie grundsätzlich die Wahl: Bank oder Versicherung. Diese Entscheidung wirkt sich stark auf Flexibilität, Kosten und Risikoschutz aus. Das heisst auch: beide Lösungen haben ihre Berechtigung. Wir zeigen Ihnen transparent die Unterschiede, die Gemeinsamkeiten und für wen sich welche Variante eignet.

Marlies Keck
Publiziert
Lesedauer: 5 Minuten

Zusammenfassung

– Banken und Versicherungen dürfen beide Säule-3a-Produkte anbieten – gesetzlich gelten für beide dieselben Regeln.

– Bei der Bank wählen Sie zwischen einem verzinsten Vorsorgekonto und einem Vorsorgedepot mit Wertschriften.

– Bei der Versicherung kombinieren Sie das Sparen immer mit einem Risikoschutz bei Invalidität oder Tod.

– Banklösungen punkten mit maximaler Flexibilität bei den Einzahlungen und mit tieferen Kosten.

– Versicherungslösungen bieten dafür Sicherheit für Ihre Angehörigen, verpflichten Sie aber zu festen Prämien über viele Jahre.

– Der Maximalbetrag und der Steuerabzug sind bei Bank und Versicherung identisch: für Erwerbstätige mit Pensionskasse 7258 Franken (2026) bzw. 7373 Franken (2027), für Angestellte ohne Pensionskasse 36'288 Franken (2026) bzw. 36'864 Franken (2027), jedoch maximal 20 Prozent des Einkommens.

– Für die meisten Personen ist eine Banklösung – idealerweise mit einer kostengünstigen Wertschriftenlösung – die bessere Wahl.

– Wer einen Risikoschutz benötigt, fährt oft günstiger mit einer flexiblen Banklösung, kombiniert mit einer separaten Risikoversicherung. 

Wo liegen die Hauptunterschiede?

Der grösste Unterschied zwischen Bank und Versicherung bei der Säule 3a liegt in der Flexibilität und im Risikoschutz: Bei der Bank bestimmen Sie jedes Jahr neu, ob und wie viel Sie einzahlen. Bei der Versicherung verpflichten Sie sich vertraglich zu festen Prämien – dafür erhalten Sie einen Schutz bei Invalidität und Tod.

Welche Lösung besser zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie wichtig Ihnen Flexibilität einerseits und die Absicherung Ihrer Familie andererseits sind.
Kriterium Bank Versicherung

Einzahlungen

Freiwillig, jederzeit anpassbar, ab CHF 1.– möglich

Vertraglich fixiert, meist über die gesamte Laufzeit bis zur Pensionierung

Risikoschutz

Kein integrierter Schutz

Prämienbefreiung und IV-Renten bei Erwerbsunfähigkeit und/oder Todesfallkapital

Kosten

Meist tiefe oder gar keine Kontoführungsgebühren

Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten schmälern den Sparanteil

Vorbezug

Volle Auszahlung des Guthabens möglich

Oft nur der Rückkaufswert, der unter der Einzahlungssumme liegen kann

Anzahl Konten/Policen

Mehrere 3a-Konten für die Steueroptimierung möglich

Meist eine Police pro Vertrag, Staffelung oft schwieriger umzusetzen

Renditechancen

Zins oder Wertschriften wählbar

Zins (allfällige Überschussbeteiligung) oder fondsgebunden

Säule 3a bei der Bank

Bei einer Bank sparen Sie flexibel und ohne Verpflichtung. Sie entscheiden jedes Jahr neu, ob und wie viel Sie in Ihre Säule 3a einzahlen.

Anlagemöglichkeiten: Banken bieten die Säule 3a in zwei Varianten an: als Vorsorgekonto mit Zins oder als Vorsorgedepot mit Wertschriften. Beim Vorsorgekonto verzinst die Bank Ihr Guthaben zu einem Satz, den sie jederzeit anpassen kann; dieser liegt meist über dem Zins auf einem gewöhnlichen Sparkonto. Beim Vorsorgedepot investieren Sie Ihr Geld in Fonds mit Aktien und Obligationen – das erhöht Ihre Renditechancen über die Zeit, bringt aber auch Kursschwankungen mit sich. Sie können jederzeit zwischen beiden Varianten wechseln oder sie kombinieren.

Vorteile Nachteile

●        Sie zahlen freiwillig ein und bestimmen selbst, wie viel und wann.

●        Ein Wechsel zwischen Konto und Depot ist jederzeit möglich.

●        Sie können mehrere 3a-Konten führen und beim Bezug dank Staffelung Steuern sparen.

●        Bei einem Vorbezug erhalten Sie Ihr gesamtes Guthaben ausbezahlt.

●        Die Gebühren sind meist tief und transparent.

●        Es besteht kein Schutz bei Invalidität oder Tod.

●        Sie brauchen Eigendisziplin, um regelmässig einzuzahlen.

●        Bei einer Wertschriftenlösung tragen Sie das Risiko von Kursschwankungen und Verlusten.

●        Es besteht kein Schutz bei Invalidität oder Tod.

●        Sie brauchen Eigendisziplin, um regelmässig einzuzahlen.

●        Bei einer Wertschriftenlösung tragen Sie das Risiko von Kursschwankungen und Verlusten.

Welche Bank ist die beste für die 3. Säule?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten – die passende Bank hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Vergleichen Sie Zinssätze, Gebühren und das Angebot an Wertschriftenlösungen. Achten Sie besonders auf die Kosten der Fondslösung, denn schon kleine Unterschiede wirken sich über die Ansparphase dank Zinseszins deutlich aus. Auf unserer Produktseite zur Säule 3a finden Sie das Angebot der Migros Bank im Überblick.

Säule 3a bei der Versicherung

Bei einer Versicherung sparen Sie für die Pensionierung und sichern sich oder Ihre Angehörigen gleichzeitig ab. Dafür verpflichten Sie sich zu festen, regelmässigen Prämienzahlungen.

Anlagemöglichkeiten: Auch Versicherungen bieten zwei Varianten an: die Vorsorgepolice mit garantiertem Kapital und allfälliger Überschussbeteiligung oder die fondsgebundene Vorsorgepolice, bei der Ihr Sparanteil in Fonds investiert wird. Bei der klassischen Police legt die Versicherung den Zinssatz für die gesamte Vertragsdauer fest; das schafft Planungssicherheit, lässt Sie aber nicht von steigenden Zinsen profitieren. Bei der fondsgebundenen Variante erhöhen sich Ihre Renditechancen, gleichzeitig tragen Sie auch das Marktrisiko.

Vorteile Nachteile

●        Sie sichern sich oder Ihre Familie bei Invalidität oder Tod ab.

●        Bei Erwerbsunfähigkeit übernimmt die Versicherung Ihre Prämien, sodass Sie Ihr Sparziel trotzdem erreichen (Prämienbefreiung).

●        Die vertragliche Verpflichtung wirkt wie ein Sparzwang und hilft, diszipliniert zu sparen.

●        Je nach Geschäftsgang profitieren Sie zusätzlich von einer Überschussbeteiligung.

●        Sie verpflichten sich zu festen Prämien über eine lange Vertragsdauer, meist bis zur Pensionierung.

●        Bei einer vorzeitigen Auflösung erhalten Sie oft nur den Rückkaufswert – dieser kann in den ersten Jahren deutlich unter Ihren Einzahlungen liegen oder gar CHF 0.– betragen.

●        Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten schmälern den Betrag, der effektiv fürs Alter angespart wird.

●        Der Bezug erfolgt auf einen Schlag; eine steuerlich günstige Staffelung über mehrere Jahre ist nicht möglich.

●        Die Kostenstruktur ist oft weniger transparent als bei einer Banklösung.

Was sind die Gemeinsamkeiten?

Unabhängig davon, ob Sie sich für eine Bank oder eine Versicherung entscheiden: Für die Säule 3a gelten dieselben gesetzlichen Regeln.

  • Der jährliche Maximalbetrag und der Steuerabzug sind bei beiden Anbietern identisch: Für Erwerbstätige mit Pensionskasse liegen sie 2026 bei 7258 Franken (2027: 7373) sowie für Erwerbstätige ohne Pensionskasse bei 36'288 Franken (2027: 36'864), jedoch maximal 20 Prozent des Einkommens. Wie stark sich das auf Ihre Steuerrechnung auswirkt, lesen Sie in unserem Beitrag zur Steuerersparnis mit der Säule 3a.
  • Ihr Guthaben ist gebunden: Sie können frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter darüber verfügen.
  • Ein vorzeitiger Bezug ist nur für den Kauf von Wohneigentum, die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder die definitive Auswanderung möglich.
  • Bei beiden Lösungen können Sie Ihr Vorsorgegeld in Wertschriften investieren und so von den Chancen des Kapitalmarkts profitieren.

3a-Wertschriftenlösung lohnt sich langfristig

Egal ob Bank oder Versicherung: Wer sein Geld langfristig in Wertschriften anlegt, statt es nur zu verzinsen, profitiert in der Regel von einer höheren Rendite. Historisch gesehen erzielten Aktien über lange Zeiträume deutlich mehr Ertrag als ein Zinskonto. Weil Ihr 3a-Guthaben in der Regel bis zur Pensionierung gebunden ist, eignet es sich besonders gut für einen langen Anlagehorizont. Mit dem Vorsorgedepot der Migros Bank investieren Sie Ihr Vorsorgegeld gezielt in Fonds. Mehr zu den Unterschieden zwischen Konto- und Depotlösung lesen Sie in unserem Beitrag «3a Konto vs. Depot».

Empfehlung: Was ist nun das beste für mich?

Die beste Lösung hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Für die meisten Personen ist jedoch eine Banklösung – idealerweise mit einer kostengünstigen Wertschriftenlösung – die bessere Wahl, weil sie tiefere Kosten und mehr Flexibilität bietet.

Prüfen Sie zuerst, ob Sie überhaupt einen Risikoschutz benötigen: Sind Sie verheiratet, haben Sie Kinder, oder muss im Todesfall eine Hypothek abbezahlt werden? Dann kann eine Absicherung sinnvoll sein. Häufig lohnt es sich aber, Sparen und Versichern zu trennen: Zahlen Sie in eine 3a-Banklösung ein und schliessen Sie bei Bedarf zusätzlich eine separate Risikoversicherung ab. Das ist meist günstiger und flexibler, als beides in einer 3a-Versicherungspolice zu koppeln.

Fazit

Ob Bank oder Versicherung: Bei der Säule 3a profitieren Sie in jedem Fall vom gleichen Steuervorteil. Der Unterschied liegt in der Flexibilität, den Kosten und dem Risikoschutz. Eine Banklösung überzeugt durch tiefe Kosten und volle Kontrolle über Ihre Einzahlungen, eine Versicherungslösung durch den eingebauten Schutz bei Invalidität und Tod. Für die meisten Personen lohnt sich eine kostengünstige Banklösung mit Wertschriftenanlage – einen Risikoschutz holen Sie sich am besten separat und passend zu Ihrer Lebenssituation.

Säule 3a: Heute beginnen, morgen profitieren.

Denken Sie bereits heute an morgen und schaffen Sie so ein wichtiges Polster fürs Alter. Denn je zeitiger im Erwerbsleben Sie mit Einzahlungen beginnen, desto mehr profitieren Sie von Steuerersparungen, Vorzugszinsen und dem Zinseszinseffekt. Lassen Sie Vorsorgelücken gar nicht erst entstehen. Und was immer Sie beschäftigt: Wir beraten Sie gerne persönlich und schaffen Klarheit.

Disclaimer
Diese Informationen richten sich zu Werbezwecken an Personen mit Domizil in der Schweiz und ohne Steuerpflicht in den USA. Sie haben ausschliesslich beschreibenden, informativen Charakter und stellen kein Angebot, keine Anlageberatung und keine Finanzplanung dar. Sie sind keine persönliche Empfehlung zum Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten oder zur Durchführung bestimmter Transaktionen oder zum Abschluss eines anderen Rechtsgeschäftes. Die Migros Bank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der vorliegenden Informationen und lehnt jegliche Haftung für allfällige Verluste oder Schäden irgendwelcher Art ab, welche im Zusammenhang mit diesen Informationen entstehen könnten. Die vorliegenden Informationen stellen lediglich eine Momentaufnahme im Zeitpunkt der Veröffentlichung dar; es erfolgen keine automatischen, regelmässigen Anpassungen.

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