Markteinschätzung

Schweizer Wirtschaftswachstum wieder leicht im Plus

Nach dem rückläufigen dritten Quartal konnte die Schweizer Wirtschaft zum Jahresausklang 2025 wieder wachsen. Die erste Schätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) deutet jedoch abermals auf ein unterdurchschnittliches Wachstum von 0,2 Prozent.

Valentino Guggia
Publiziert
Lesedauer: 2 Minuten

Dieses Ergebnis bestätigt die schwierige Lage, in welcher sich die Schweizer Wirtschaft befindet. Die Rahmenbedingungen sind kompliziert: Die Auslandnachfrage bleibt nach wie vor unterdurchschnittlich, da bei den wichtigsten Handelspartnern entweder das Wirtschaftswachstum noch nicht rund läuft (Eurozone) oder Handelshemmnisse eingeführt worden sind (US-Zölle). Zudem belastet die Frankenaufwertung die exportorientierten Wirtschaftszweige.

Noch stehen wenige Daten zum vierten Quartal zur Verfügung, um die Lage einzuordnen. Die Daten zum Aussenhandel zeigen ein zwiespältiges Bild. Die Auslandnachfrage nach schweizerischen Waren erholte sich nach dem negativen dritten Quartal, die Importe nahmen aber noch stärker zu. Dies bedeutet, dass der Aussenhandel negativ zum Wirtschaftswachstum beigetragen hat. Die Lage in der Industrie bleibt angespannt: Im Dezember gingen die Exporte der Chemie-/Pharma-Industrie zurück und die gesamte Branche meldet bei den Stimmungsumfragen kein Wachstum.

So wird das Wachstum erneut von der Binnenwirtschaft getrieben. Insbesondere der Privatkonsum wirkt stützend, da Anlageinvestitionen aufgrund der eingetrübten Konjunkturaussichten eher verschoben werden, während die Bauinvestition noch auf tiefem Niveau verharren.

Auch 2026 wird aus wirtschaftlicher Sicht kein grossartiges Jahr sein. Wir rechnen weiterhin mit einem unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum. Dank realen Lohnzuwächsen dürfte der Privatkonsum weiter wachsen, auch wenn der Effekt aufgrund der ständig steigenden Lebensunterhaltskosten nicht überschätzt werden sollte. Als offene Volkswirtschaft wird der Schweizer Wirtschaft nicht reichen, nur binnenwirtschaftlich zu wachsen. Allmählich im Jahresverlauf dürfte die Schweizer Wirtschaft die milliardenschwere deutsche und europäische Fiskalpolitik in Form von Aufträgen für die hier ansässigen Unternehmen spüren. Aber das braucht Zeit. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren zunehmend gezeigt, dass das Gesamtergebnis durch die Entwicklung eines einzelnen Sektors beeinflusst wird – nämlich der Chemie-/Pharma-Industrie. Sollten sich die Rahmenbedingungen für diese Branche ändern (z.B. Einführung von US-Zöllen, neue Preisgestaltung der Medikamente) oder kommt es zu einer erheblichen Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Übersee, würde dies Bremsspuren beim Wachstum hinterlassen.

(Foto: Keystone / Patrick Straub)

Disclaimer
Die in dieser Publikation der Migros Bank AG enthaltenen Informationen dienen zu Werbe- und Informationszwecken gemäss Art. 68 des Finanzdienstleistungsgesetzes. Sie sind nicht das Ergebnis einer (unabhängigen) Finanzanalyse. Die darin enthaltenen Informationen begründen weder eine Aufforderung, ein Angebot noch eine Empfehlung zum Kauf und Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Durchführung bestimmter Transaktionen oder zum Abschluss eines anderen Rechtsgeschäftes, sondern haben ausschliesslich beschreibenden, informativen Charakter. Die Informationen stellen weder ein Kotierungsinserat, ein Basisinformationsblatt noch einen Prospekt dar. Insbesondere stellen sie keine persönliche Empfehlung oder Anlageberatung dar. Sie berücksichtigen weder Anlageziele, das bestehende Portfolio noch die Risikobereitschaft oder Risikofähigkeit oder finanzielle Situation oder andere besondere Bedürfnisse des Empfängers. Der Empfänger ist ausdrücklich aufgerufen, seine allfälligen Anlageentscheide aufgrund eigener Abklärungen inklusive Studium der rechtsverbindlichen Basisinformationsblätter und Prospekte oder auf der Informationsbasis einer Anlageberatung zu treffen. Die rechtsverbindlichen Produktdokumentationen sind, sofern diese vorgeschrieben und vom Emittenten bereitgestellt wurden, über migrosbank.ch/bib erhältlich. Der Inhalt dieser Publikation wurde möglicherweise ganz oder teilweise mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Die Migros Bank AG verwendet beim Einsatz von künstlicher Intelligenz ausgewählte Technologien und veröffentlicht keine maschinell generierten Inhalte ohne menschliche Überprüfung. Unabhängig davon, ob die vorliegenden Informationen mit oder ohne Unterstützung durch künstliche Intelligenz erstellt wurden, übernimmt die Migros Bank AG keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der vorliegenden Informationen und lehnt jegliche Haftung für allfällige Verluste oder Schäden irgendwelcher Art ab, welche im Zusammenhang mit diesen Informationen entstehen könnten. Die vorliegenden Informationen stellen lediglich eine Momentaufnahme im aufgedruckten Zeitpunkt dar; es erfolgen keine automatischen, regelmässigen Anpassungen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Ähnliche Beiträge

Alle Artikel anzeigen
Markteinschätzung

Hohe Hypothekarzinsen prägen amerikanischen Wohneigentumsmarkt

Michelle Müller
Markteinschätzung

Einfamilienhäuser: Rar und trotzdem sehr gefragt

Michelle Müller
Markteinschätzung

Die Lage in Frankreich wird immer prekärer

Ihr Anruf wurde gestartet

Bitte beachten Sie, dass dieses Gespräch wie bei einem gewöhnlichen Telefongespräch unverschlüsselt übertragen wird.