Der SNB-Leitzins bleibt bei 0 Prozent
An der heutigen geldpolitischen Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 änderte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins nicht. Die steigenden Energiepreise führten zwar zu einer Zunahme der Teuerung, die zum Teil von der Frankenstärke gedämpft wird. Aber die Preisstabilität bleibt gewährleistet, und im weiteren Jahresverlauf zeichnet sich keine Anpassung der Geldpolitik ab.
Nach der ersten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Stillhalten der US-Notenbank Fed am Mittwochabend war die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstagmorgen, 18. Juni, an der Reihe, den Zinsentscheid bekannt zu geben. Nach Ausschöpfung des konventionelle Handlungsspielraums mit der Zinssenkung vom Juni 2025 auf 0 Prozent sind der SNB die Hände gebunden, was eine allfällige weitere Lockerung der Geldpolitik angeht. Eine Rückkehr der Negativzinsen scheint im aktuellen Umfeld vom Tisch zu sein, da die angestiegenen Energiepreise für eine Entfernung der Inflation vom unteren Rand des Preisstabilitätsbereichs und daher vom deflationären Terrain sorgten.
Infolge des Nahost-Friedensabkommens ist mittlerweile der Erdölpreis merklich gesunken, was gegen einen weiteren deutlichen Anstieg der Inflation spricht. In der Folge passte die SNB die Inflationsprognose nur geringfügig an (Jahresdurchschnitt 2026 und 2027: 0,6 Prozent statt 0,5 Prozent) und schätzte das Risiko einer Ausbreitung der Teuerung in weiteren Konsumbereichen als niedrig ein. Der aus den Energiepreisen stammende Preisauftrieb wird allmählich in den kommenden Quartalen nachgeben. Zudem betonte die SNB ihre Bereitschaft, wenn nötig auf dem Devisenmarkt einzugreifen, um Druckspitzen auf den Franken entgegenzuwirken.
Der heutige Zinsentscheid stellt keine Überraschung dar. In der Vergangenheit kam es vermehrt vor, dass die SNB bei der Geldpolitik der EZB folgte. Dieses Mal ist das nicht der Fall. Trotz der EZB-Zinserhöhung vom 11. Juni und der damit einhergehenden Ausweitung des Zinsdifferentials zwischen Euro und Franken hat sich das Bild am Devisenmarkt kaum geändert. Die Entwicklung des Wechselkurspaars EUR/CHF wird hauptsächlich bestimmt von den hiesigen besseren konjunkturellen Aussichten und gesünderen Staatsfinanzen.
Was das Wirtschaftswachstum angeht, muss man auch 2026 mit einer verhaltenen Dynamik rechnen. Zwar wirkt die lockere Geldpolitik stützend, aber die US-Zölle, der starke Franken und die globale Verlangsamung des Wirtschaftswachstums aufgrund der angestiegenen Energiepreise werden für ein weiteres unterdurchschnittliches Jahr sorgen. Hierbei liegt viel ausserhalb des Einflussbereichs der SNB, für welche wir weiterhin Pragmatismus anstatt unnötiger Hyperaktivität erwarten. Nur im Falle einer erneuten Zuspitzung der Lage im Nahen Osten rechnen wir mit einer aktiveren SNB, um den Aufwertungsdruck auf den Franken zu dämpfen. Das wäre ein Balanceakt: Auf der einen Seite würde eine weitere Aufwertung den Anstieg der Preise der importieren Waren wie die Erdölprodukte dämpfen und somit zur Preisstabilität einen Betrag leisten. Auf der anderen Seite würde die exportorientierte Wirtschaft noch mehr unter Druck gesetzt werden.
Bei Hypotheken bedeutet der SNB-Entscheid faktisch Stillstand – SARON-Hypotheken bleiben sehr günstig, während die längerfristigen Festhypotheken in einer engen Seitwärtsrange verharren. Für Eigenheimbesitzer und Käufer ist das ein komfortables, aber auch trügerisches Umfeld: Die Finanzierung bleibt billig, doch die Preise dürften gleichzeitig auf hohem Niveau verharren.
(Foto: Keystone / Gaetan Bally)
Disclaimer
Die in dieser Publikation der Migros Bank AG enthaltenen Informationen dienen zu Werbe- und Informationszwecken gemäss Art. 68 des Finanzdienstleistungsgesetzes. Sie sind nicht das Ergebnis einer (unabhängigen) Finanzanalyse. Die darin enthaltenen Informationen begründen weder eine Aufforderung, ein Angebot noch eine Empfehlung zum Kauf und Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Durchführung bestimmter Transaktionen oder zum Abschluss eines anderen Rechtsgeschäftes, sondern haben ausschliesslich beschreibenden, informativen Charakter. Die Informationen stellen weder ein Kotierungsinserat, ein Basisinformationsblatt noch einen Prospekt dar. Insbesondere stellen sie keine persönliche Empfehlung oder Anlageberatung dar. Sie berücksichtigen weder Anlageziele, das bestehende Portfolio noch die Risikobereitschaft oder Risikofähigkeit oder finanzielle Situation oder andere besondere Bedürfnisse des Empfängers. Der Empfänger ist ausdrücklich aufgerufen, seine allfälligen Anlageentscheide aufgrund eigener Abklärungen inklusive Studium der rechtsverbindlichen Basisinformationsblätter und Prospekte oder auf der Informationsbasis einer Anlageberatung zu treffen. Die rechtsverbindlichen Produktdokumentationen sind, sofern diese vorgeschrieben und vom Emittenten bereitgestellt wurden, über migrosbank.ch/bib erhältlich. Der Inhalt dieser Publikation wurde möglicherweise ganz oder teilweise mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Die Migros Bank AG verwendet beim Einsatz von künstlicher Intelligenz ausgewählte Technologien und veröffentlicht keine maschinell generierten Inhalte ohne menschliche Überprüfung. Unabhängig davon, ob die vorliegenden Informationen mit oder ohne Unterstützung durch künstliche Intelligenz erstellt wurden, übernimmt die Migros Bank AG keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der vorliegenden Informationen und lehnt jegliche Haftung für allfällige Verluste oder Schäden irgendwelcher Art ab, welche im Zusammenhang mit diesen Informationen entstehen könnten. Die vorliegenden Informationen stellen lediglich eine Momentaufnahme im aufgedruckten Zeitpunkt dar; es erfolgen keine automatischen, regelmässigen Anpassungen.