Markteinschätzung

Aktuelle Situation im Nahen Osten: Auswirkungen auf Ihr Vermögensverwaltungsmandat

Wir gehen davon aus, dass die Folgen der jüngsten Eskalation im Nahen Osten für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte beschränkt sein werden. Entsprechend sehen wir uns mit der breit abgestützten Anlagestrategie gut positioniert und nehmen aktuell keine Änderungen vor.

Sacha Marienberg
Publiziert
Lesedauer: 3 Minuten

Der Nahe Osten ist erneut zum weltwirtschaftlichen Brennpunkt geworden. Seit dem 28. Februar 2026 führen die USA und Israel einen Militärschlag gegen den Iran durch. Die Angriffe richten sich in erster Linie gegen militärische Einrichtungen, mit dem Ziel, das iranische Bedrohungspotenzial zu eliminieren. Es wurden zudem hochrangige Mitglieder des iranischen Regimes getötet, so auch das geistliche und politische Oberhaupt Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte ihrerseits reagieren mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel und andere Staaten im arabischen Raum. Das Ziel der Angriffe waren insbesondere US-Militärbasen, die sich in diesen Ländern befinden. Auf beiden Seiten sind Tote und Verwundete zu beklagen.

Ob und wie gross die negative Auswirkungen des Konflikts auf die wirtschaftliche Entwicklung der Welt und auch der Schweiz sein werden, lässt sich zurzeit noch nicht mit Gewissheit sagen. Dies wird insbesondere von der Dauer der Auseinandersetzung und der Passierbarkeit der Strasse von Hormus abhängen, durch die rund 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggasproduktion verschifft werden. Das Schwarze Gold und insbesondere für Europa auch das Gas gelten als Treibstoff der Wirtschaft und sind unabdingbar für eine positive Konjunkturentwicklung. Solange die Situation unübersichtlich und unvorhersehbar ist, wird die Nervosität politisch, wirtschaftlich und medial erhöht bleiben.

In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass der Konflikt räumlich und zeitlich begrenzt sein wird. Dies würde bedeuten, dass die Meerenge schnell wieder passierbar ist, also für den Ölhandel genutzt werden kann, und sich das Konjunkturrisiko dadurch massgeblich verringert. Die erwähnte Nervosität hat sich diese Woche auch an den Finanzmärkten bemerkbar gemacht. So hat der Schweizer Aktienmarkt im Wochenverlauf (Stand Donnerstag, 5. März 2026) rund 5 Prozent nachgegeben. Er herrscht jedoch nach wie vor keine Panik an den globalen Finanzmärkten. Trotzdem ist auch in den nächsten Tagen mit grösseren Wertschwankungen der Anlagen zu rechnen.

Der Start ins neue Jahr war fulminant, mit positiven Renditen von 2 bis 5 Prozent bei den Vermögensverwaltungsmandaten – abhängig von der Strategie. Die letzten Tage haben einen guten Teil dieser Gewinne zunichte gemacht. In diesem von hoher Unsicherheit geprägten Umfeld raten wir unseren Kundinnen und Kunden, Ruhe zu bewahren, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen und an der gewählten Anlagestrategie festzuhalten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auf eine Eskalation oft wieder eine Deeskalation folgt und die Märkte Kursverluste schnell wieder wettmachen.

Wir haben uns entschieden, an der aktuellen Positionierung festzuhalten und keine Anpassung der Anlagestrategie vorzunehmen. Zentral ist in dieser Marktphase eine breite Streuung der Anlagen über verschiedene Wertpapierklassen und Regionen. Des Weiteren bleiben wir bei Schweizer Aktien mit ihrem defensiven Charakter übergewichtet. Das Gleiche gilt für unsere Übergewichtungen in Schweizer Immobilien und im Gold, die den Kundendepots in der aktuellen Phase Stabilität verleihen.

(Foto: Keystone / Ted Soqui)

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