Vorsorge für Selbstständige: Pensionskasse, Säule 3a und mehr
Selbstständigerwerbende haben bei der Altersvorsorge mehr Eigenverantwortung, aber auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten als Angestellte. Mit der richtigen Kombination aus Pensionskasse, Säule 3a und zusätzlichen Versicherungen sichern Sie sich optimal für das Alter ab.
Zusammenfassung
– Studien zeigen: Jede vierte selbstständig erwerbende Person ist nur in der 1. Säule (AHV) versichert und hat weder eine Pensionskasse noch zahlt sie in die Säule 3a ein. Das ist riskant: Die AHV deckt lediglich das Existenzminimum ab.
– Als selbstständig erwerbende Person können Sie sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen und in die Säule 3a einzahlen. Je nach Einkommen sparen Sie dabei mehrere 1000 Franken Steuern pro Jahr.
– Schliessen Sie unbedingt Krankentaggeld- und Unfallversicherungen ab – als selbstständig erwerbende Person haben Sie keinen automatischen Schutz bei Krankheit oder Unfall.
Vorsorge für Selbstständige: Das gilt es zu beachten
Nur AHV/IV/EO sind obligatorisch
Als selbstständig erwerbende Person sind Sie ausschliesslich zur AHV, IV und EO verpflichtet. 2027 beträgt der Mindestbeitrag 541 Franken pro Jahr, bei höheren Einkommen zahlen Sie zwischen 5,371 und 10 Prozent Ihres Nettoerwerbseinkommens. Diese 1. Säule allein reicht jedoch für die Altersvorsorge in aller Regel nicht aus – denn mit der Maximalrente von 2560 Franken pro Monat (2027) können Sie höchstens Ihre Fixkosten decken – wenn überhaupt. Und wer darauf spekuliert, später sein Unternehmen zu verkaufen und so seine Altersvorsorge zu decken, geht eine riskante Wette ein.
Umso wichtiger sind die freiwilligen Vorsorgemöglichkeiten: Mit einer Pensionskasse (2. Säule) und der Säule 3a können Sie Ihre Vorsorgelücke gezielt schliessen und gleichzeitig erheblich Steuern sparen. Beide Instrumente des Schweizer 3-Säulen-Systems bieten Ihnen bei selbstständiger Tätigkeit deutlich mehr Flexibilität als angestellten Personen zur Verfügung steht.
Gründe für die Vorsorge als Selbstständige
Warum ist eine ergänzende Vorsorge für Selbstständigerwerbende so wichtig? Diese fünf Aspekte verdeutlichen, weshalb Sie nicht nur auf die AHV setzen sollten:
- Unzureichende AHV-Rente: Die maximale AHV-Rente von derzeit 2520 Franken pro Monat reicht in aller Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten – besonders, wenn Sie über ein höheres Einkommen verfügen.
- Erhebliche Steuervorteile: Pensionskassen-Beiträge bis zu 25 Prozent des Einkommens und Säule-3a-Einzahlungen bis 36'864 Franken pro Jahr (2027) reduzieren Ihre Steuerlast erheblich.
- Keine automatische Risikoabsicherung: Anders als Angestellte haben Sie keinen automatischen Schutz bei Invalidität oder Todesfall – private Vorsorge wird zur Existenzsicherung für Sie und Ihre Familie.
- Einkommensvolatilität ausgleichen: Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit schwankt Ihr Einkommen oft stark – regelmässige Vorsorgebeiträge schaffen finanzielle Stabilität und planbare Steuerentlastung.
- Maximale Gestaltungsfreiheit nutzen: Sie können zwischen verschiedenen Pensionskassen wählen, Ihre 3a-Anlagen frei bestimmen und die Vorsorgestrategie optimal auf Ihr Geschäft abstimmen.
AHV/IV/EO für Selbstständige: Pflicht, Beiträge & Anmeldung
- Anmeldung: Als selbstständig erwerbende Person müssen Sie sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme Ihrer Geschäftstätigkeit bei der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse anmelden. Diese Anmeldung ist zwingend erforderlich und kann nicht aufgeschoben werden.
- Aktuelle Beitragssätze 2027 (siehe Merkblatt):
– Mindestbeitrag: 541 Franken pro Jahr (unabhängig vom Einkommen)
– Bei Einkommen über 10'100 Franken: Progressiver Beitragssatz zwischen 5,371 und 10 Prozent des Nettoerwerbseinkommens
– Ab 60'500 Franken Einkommen: Pauschaler 10-Prozent-Beitragssatz auf das gesamte Erwerbseinkommen - Besonderheiten bei der Beitragsberechnung: Der Eigenkapitalzins Ihres Unternehmens wird vom AHV-pflichtigen Einkommen abgezogen – dies kann Ihre Beitragslast erheblich reduzieren. Bei Einzelunternehmen berechnet sich der Eigenkapitalzins basierend auf dem durchschnittlichen Eigenkapital der letzten zwei Geschäftsjahre.
- Steuerliche Vorteile: Ihre AHV/IV/EO-Beiträge sind vollständig als Geschäftskosten steuerlich abzugsfähig. Dies reduziert sowohl Ihr steuerbares Einkommen als auch die Grundlage für die AHV-Beitragsberechnung im Folgejahr.
- Wichtiger Hinweis: Anders als angestellte Personen sind Selbstständigerwerbende nicht automatisch arbeitslosenversichert. Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, muss aber separat beantragt werden.
Pensionskasse für Selbstständige
Der freiwillige Beitritt zu einer Pensionskasse ist eine der attraktivsten Vorsorgemöglichkeiten für Selbstständigerwerbende. Anders als angestellte Personen können Sie flexibel wählen, ob und bei welcher Pensionskasse Sie sich versichern möchten. Diese Wahlfreiheit eröffnet Ihnen erhebliche steuerliche Vorteile und eine bessere Risikoabsicherung.
Freiwilliger Beitritt via Berufsverband
Viele Berufsgruppen haben eigene Pensionskassen eingerichtet, die speziell auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zugeschnitten sind. Ihre Vorteile: Die Beitragssätze sind oft günstiger als bei allgemeinen Lösungen, da das Kollektiv homogener ist und die Risiken besser kalkulierbar sind. Zudem bieten sie meist branchenspezifische Leistungen und ein tieferes Verständnis für die beruflichen Besonderheiten.
Auffangeinrichtung BVG
Falls für Ihren Beruf keine spezielle Pensionskasse existiert, ist die Stiftung Auffangeinrichtung BVG Ihre Anlaufstelle. Sie steht allen selbstständig erwerbenden Personen offen, die sich freiwillig nach BVG versichern möchten. Die Leistungen der Stiftung Auffangeinrichtung BVG umfassen:
- Mindestleistungen nach BVG-Standard
- Flexible Beitragshöhe: Sie bestimmen selbst, wie viel Sie einzahlen möchten
- Einfacher Beitrittsprozess: Standardisierte Anmeldung ohne komplexe Prüfungen
- Portabilität: Bei Statuswechsel einfache Übertragung des Guthabens
Die Auffangeinrichtung eignet sich besonders für selbstständig erwerbende Personen mit geringeren bis mittleren Einkommen oder als Übergangslösung beim Start der Selbstständigkeit.
Individuelle Gruppenlösungen
Wenn Sie eigene Mitarbeitende beschäftigen, können Sie eine Gruppenlösung bei einer Sammelstiftung einrichten. Dabei versichern Sie sich als Inhaberin oder Inhaber gleich mit und profitieren von den Vorteilen einer Gruppenversicherung.
Möglichkeiten für Gruppenlösungen:
- Sammelstiftungen verschiedener Versicherungsgesellschaften
- Branchenlösungen mit spezialisierten Anbietern
- Massgeschneiderte Lösungen für grössere Unternehmen
Bei eigenen Mitarbeitenden gelten Sie als Arbeitgeber und können sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil der Pensionskassenbeiträge als Geschäftsaufwand geltend machen.
Säule 3a für Selbstständige
Besonders wertvoll für Selbstständigerwerbende
Die Säule 3a ist zwar für alle freiwillig, erweist sich aber als besonders wertvolles Instrument für Selbstständigerwerbende. Anders als angestellte Personen können Sie deutlich höhere Beträge einzahlen und dabei maximale Steuervorteile nutzen. Die private Vorsorge der 3. Säule dient der individuellen Ergänzung Ihrer Altersvorsorge und bietet Ihnen vollständige Kontrolle über Ihre Anlagestrategie.
So funktioniert die Säule 3a: Ihre Einzahlungen sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig und reduzieren dadurch Ihre jährliche Steuerlast erheblich. Das angesparte Kapital wächst steuerfrei, bis Sie es frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter beziehen können. Bei der Auszahlung wird das Kapital zu einem reduzierten Steuersatz besteuert, was zusätzliche Steuerersparnisse bringt.
Anlagemöglichkeiten: Sie haben die Wahl zwischen Vorsorgesparen (garantierte Verzinsung) und Vorsorgeanlegen mit Wertschriften (höhere Renditechancen bei entsprechendem Risiko).
Tipp: Prüfen Sie dabei auch nachhaltige Anlagelösungen, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen.
Maximalbeträge Säule 3a für Selbstständigerwerbende
Die Höhe Ihrer maximalen 3a-Einzahlungen hängt entscheidend davon ab, ob Sie einer Pensionskasse angeschlossen sind oder nicht. Hier zeigen sich die grossen Unterschiede zwischen den Vorsorgemöglichkeiten:
- Ohne Pensionskassenanschluss:
– Maximalbetrag 2027: 36'864 Franken pro Jahr
– Berechnungsgrundlage: Maximal 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens
– Mindestbeitrag: Kein Mindestbeitrag, jeder Betrag bis zum Maximum ist möglich - Mit Pensionskassenanschluss:
– Maximalbetrag 2027: 7373 Franken pro Jahr (gleich wie für angestellte Personen)
– Diese Beschränkung gilt unabhängig von der Höhe Ihres Einkommens - Wichtiger Hinweis: Bereits ein minimaler Pensionskassenanschluss reduziert Ihr 3a-Limit auf 7373 Franken. Prüfen Sie daher sorgfältig, welche Kombination für Ihre Situation optimal ist.
- Konkrete Rechenbeispiele:
Beispiel 1 - Ohne Pensionskasse:
– Nettoeinkommen: 150'000 Franken
– Maximal 20 Prozent: 30'000 Franken
– Einzahlbar: 30'000 Franken (unter dem Limit von 36'864 Franken)
Beispiel 2 - Ohne Pensionskasse:
– Nettoeinkommen: 200'000 Franken
– Maximal 20 Prozent 40'000 Franken
– Einzahlbar: 36'864 Franken (Obergrenze greift)
Beispiel 3 - Mit Pensionskasse:
– Nettoeinkommen: 200'000 Franken
– Einzahlbar: 7373 Franken (unabhängig vom Einkommen) - Neue Möglichkeiten ab 2026: Ab dem kommenden Jahr können Sie Beitragslücken der Säule 3a bis zu zehn Jahre rückwirkend nachzahlen – allerdings nur für Lücken ab 2025. Dies eröffnet Ihnen zusätzliche Flexibilität für die Steueroptimierung in Jahren mit höherem Einkommen. Mehr dazu im Beitrag: Säule 3a nachzahlen: Was ab 2026 gilt
Pensionskasse oder 3. Säule für Selbstständige? Vor- und Nachteile
Die Entscheidung zwischen Pensionskasse und Säule 3a ist eine der wichtigsten strategischen Weichenstellungen für Ihre Altersvorsorge. Beide Optionen bieten erhebliche Steuervorteile, unterscheiden sich aber in Flexibilität, Einzahlungslimits und zusätzlichen Leistungen. Eine fundierte Analyse Ihrer persönlichen Situation ist daher unerlässlich.
Die Faustregel: Ab einem steuerbaren Einkommen von 170'000 Franken sind Pensionskassen meist steuerlich vorteilhafter. Unterhalb dieser Schwelle kann die reine Säule 3a-Strategie attraktiver sein. Doch auch andere Faktoren wie Risikoabsicherung und Flexibilität spielen eine wichtige Rolle.
Steuerliche Gegenüberstellung
| Einkommen (in Fr.) | Maixmalbeträge nur Säule 3a (in Fr.) | Maximalbeträge mit Pensionskasse (in Fr.) |
|---|---|---|
100'000 |
20'000 |
25'000 + 7373 = 32'373 |
150'000 |
30'000 |
37'500 + 7373= 44'873 |
200'000 |
36'288* |
50'000 +7373=57'373 |
Flexibilität und Vorbezugsmöglichkeiten
Säule 3a-Vorteile:
- Freie Anbieterwahl: Bank oder Versicherung; Konto-, Wertschriften- oder Versicherungslösung
- Flexible Anlagestrategie: Vollständige Kontrolle über Ihre Investments
- Einfacher Vorbezug für Wohneigentum oder Aufnahme von selbstständiger Erwerbstätigkeit
- Mehrere Konten möglich: Staffelung für optimale Bezugsplanung
- Keine Mindestbeitragsdauer: Ein- und Auszahlungen nach Bedarf
Pensionskassen-Vorteile:
- Höhere Einzahlungslimits: Bis 25 Prozent des Einkommens
- Integrierte Risikoabsicherung: Invaliditäts- und Todesfallschutz inklusive
- AHV-Optimierung: Beiträge reduzieren teilweise das AHV-pflichtige Einkommen
- Professionelle Verwaltung: Keine eigene Anlagestrategie erforderlich
Risikoabsicherung und Zusatzleistungen
Entscheidender Unterschied: Pensionskassen bieten automatischen Schutz bei Invalidität und Todesfall, während Sie bei der reinen 3a-Strategie diese Risiken separat versichern müssen.
Pensionskassen-Leistungen:
- Invalidenrente: Monatliche Zahlungen bei Erwerbsunfähigkeit
- Todesfallschutz: Kapital oder Rente für Hinterbliebene
- Kinderrenten: Zusätzliche Absicherung für minderjährige Kinder
- Überbrückungsrente: Leistungen bis zum AHV-Bezug
3a-Versicherungslösungen:
- Höhere Kosten: Separate Prämien für Tod und Invalidität
- Individuelle Anpassung: Massgeschneiderte Lösungen möglich
- Mehr Aufwand: Verschiedene Verträge und Anbieter koordinieren
Empfehlung je nach Lebenssituation
Pensionskasse bevorzugen bei:
- Steuerbares Einkommen über 170'000 Franken
- Familienverantwortung mit Absicherungsbedarf
- Wunsch nach professioneller Verwaltung
- Stabiles, hohes Einkommen über mehrere Jahre
Säule 3a bevorzugen bei:
- Einkommen unter 150'000 Franken
- Flexibilität als oberste Priorität
- Schwankendes Einkommen in der Startphase
- Wunsch nach eigener Anlagestrategie
Kombination prüfen bei:
- Mittleres Einkommen zwischen 100'000 und 170'000 Franken
- Spezifische Vorsorgeziele wie Wohneigentumsfinanzierung
- Übergangsphase zwischen verschiedenen Beschäftigungsformen
Versicherungen für Selbstständigerwerbende
Welche Versicherungen braucht man als Selbstständigerwerbender
Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit fallen nicht nur der automatische Versicherungsschutz weg, den angestellte Personen geniessen – Sie müssen sich auch eigenständig um essenzielle Absicherungen kümmern. Diese Versicherungslücke kann im Ernstfall existenzbedrohend werden, lässt sich aber mit den richtigen Produkten gezielt schliessen.
Essenzielle Versicherungen
- Krankentaggeldversicherung - die wichtigste Absicherung: Als selbstständig erwerbende Person sind Sie nicht automatisch gegen Erwerbsausfall infolge Krankheit versichert, wie das Angestellte durch ihren Arbeitgeber sind. Stattdessen müssen Sie selber um eine Deckung besorgt sein. Eine private Krankentaggeldversicherung sichert Ihr Einkommen ab dem 4. Tag (Karenzfrist) und zahlt bis zu 80 Prozent Ihres versicherten Lohns für maximal 730 Tage. Kosten: Zwischen 1 und 3 Prozent des versicherten Lohns, je nach Alter, Beruf und Leistungsumfang.
- Unfallversicherung: Da Sie im Gegensatz zu Angestellten nicht automatisch UVG-versichert sind, müssen Sie sich freiwillig bei der Suva oder einer privaten Versicherung anmelden. Dies deckt sowohl Berufs- als auch Freizeitunfälle ab.
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit reichen die IV-Leistungen meist nicht aus. Eine private Erwerbsunfähigkeitsrente schliesst diese Lücke und zahlt monatliche Beträge bis zum AHV-Alter.
- Todesfallversicherung: Sie dient der finanziellen Absicherung Ihrer Familie oder Geschäftspartner bei Ihrem Tod. Besonders wichtig bei laufenden Krediten oder wenn das Unternehmen auf Sie angewiesen ist.
Betriebsspezifische Versicherungen
- Betriebshaftpflichtversicherung: Schützt Sie vor Schadenersatzforderungen Dritter aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit. Besonders wichtig bei kundennahen Dienstleistungen oder körperlichen Arbeiten.
- Rechtsschutzversicherung: Deckt Anwalts- und Gerichtskosten bei beruflichen Rechtsstreitigkeiten ab – von Vertragsstreitigkeiten bis hin zu arbeitsrechtlichen Konflikten mit Mitarbeitenden.
- Berufshaftpflicht: Für beratende Tätigkeiten wie Architektur, Beratung oder Treuhand unerlässlich. Schützt vor Vermögensschäden, die durch fachliche Fehler entstehen können.
- Betriebsausfall-/Ertragsausfallversicherung: Sichert Ihr Unternehmensergebnis ab, wenn Sie aufgrund von Schäden (Brand, Einbruch usw.) vorübergehend nicht arbeiten können.
Wo abschliessen und worauf achten
Versicherungsbroker vs. Direktabschluss:
- Vorteile eines Versicherungsbrokers: Marktüberblick, individuelle Beratung, Schadenabwicklung
- Vorteile eines Direktabschlusses: Oft günstiger, aber weniger Service
- Empfehlung: Bei komplexen Absicherungen Broker bevorzugen
Wichtige Vertragselemente prüfen:
- Karenzfristen: Je kürzer, desto besser (aber teurer)
- Leistungsdauer: Mindestens 720 Tage bei Krankentaggeld
- Versicherte Summe: 80 Prozent des Nettoeinkommens als Obergrenze
- Ausschlüsse: Besonders bei Berufskrankheiten und Vorerkrankungen
- Kündigungsfristen: Flexibilität für Anpassungen
Timing und Budgetplanung: Schliessen Sie essenzielle Versicherungen sofort bei Geschäftsstart ab – nachträgliche Gesundheitsprüfungen können Ausschlüsse zur Folge haben. Planen Sie 2-4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens für die wichtigsten Versicherungen ein.
Steuerliche Behandlung: Die meisten Geschäftsversicherungen sind vollständig als Betriebsausgaben abzugsfähig. Personenversicherungen (Krankentaggeld, Erwerbsunfähigkeit) können als Säule 3b von den Steuern abgezogen werden – die Limiten variieren je nach Kanton.
Fazit
- Als selbstständig erwerbende Person haben Sie deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der Altersvorsorge als angestellte Personen – aber auch mehr Eigenverantwortung. Die Kombination aus AHV-Pflichtbeiträgen, einer freiwilligen Pensionskasse und der Säule 3a bietet Ihnen optimale Flexibilität und erhebliche Steuervorteile.
- Die wichtigsten Erkenntnisse: Bei Einkommen über 170'000 Franken ist meist eine Pensionskasse steuerlich vorteilhafter, darunter oft die reine Säule 3a-Strategie mit bis zu 36'864 Franken jährlich. Vergessen Sie dabei nicht die essenzielle Risikoabsicherung durch Krankentaggeld- und Unfallversicherungen.
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Häufige Fragen
Wer gilt als selbstständigerwerbend?
Sie gelten als selbstständig erwerbend, wenn Sie nach aussen als Firma auftreten, Ihr eigenes wirtschaftliches Risiko tragen und Ihre Betriebsorganisation frei wählen können. Die wichtigsten Kriterien im Detail:
- Sie treten öffentlich als Firma auf (Handelsregistereintrag, eigenes Briefpapier, Rechnungen im eigenen Namen), tragen das wirtschaftliche Risiko (langfristige Investitionen, Zahlungsausfallrisiko, eigene Geschäftsräume) und bestimmen selbst über Ihre Arbeitsorganisation (Präsenzzeit, Arbeitsaufteilung, Auftragswahl).
- Arbeiten Sie für mehrere Auftraggeber, wird dies üblicherweise als selbstständige Erwerbstätigkeit eingestuft – bei nur einem Auftraggeber hingegen meist als unselbstständige Tätigkeit.
- Sie gelten auch als selbstständig erwerbend, wenn Sie andere Personen beschäftigen.
Muss ich als selbstständig erwerbende Person AHV-Beiträge zahlen?
Ja, Sie sind zur Zahlung von AHV-, IV- und EO-Beiträgen verpflichtet. Die Anmeldung bei der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse muss innerhalb von drei Monaten nach Geschäftsstart erfolgen. 2025 beträgt der Mindestbeitrag 530 Franken pro Jahr, bei höheren Einkommen zahlen Sie zwischen 5,371 und 10 Prozent des Nettoerwerbseinkommens.
Kann ich als selbstständig erwerbende Person in die Pensionskasse (BVG) eintreten?
Ja, Sie können sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen – sind aber nicht dazu verpflichtet.
Ihnen stehen verschiedene Optionen offen: Berufskassen (falls für Ihre Branche verfügbar), die Stiftung Auffangeinrichtung BVG oder Sammelstiftungen bei eigenen Mitarbeitenden. Der Anschluss bietet Steuervorteile und automatische Risikoabsicherung.
Wie viel darf ich 2027 in die Säule 3a einzahlen?
Ohne Pensionskasse maximal 36'864 Franken pro Jahr, mit Pensionskasse nur 7373 Franken. Bei fehlender Pensionskasse können Sie bis zu 20 Prozent Ihres Nettoerwerbseinkommens einzahlen, höchstens aber 36'288 Franken. Bereits ein minimaler Pensionskassenanschluss reduziert Ihr Limit auf 7258 Franken – unabhängig von der Höhe Ihres Einkommens.
Sind Selbstständigerwerbende BVG-pflichtig?
Nein, für Selbstständigerwerbende besteht keine BVG-Pflicht. Anders als angestellte Personen sind sie nicht automatisch einer Pensionskasse angeschlossen. Der Beitritt ist vollständig freiwillig, bietet aber erhebliche Vorteile bei der Steueroptimierung und Risikoabsicherung. Sie entscheiden selbst, ob und bei welcher Kasse Sie sich versichern möchten.
Welche Pensionskassen gibt es für Selbstständigerwerbende?
Zur Verfügung stehen Ihnen Berufskassen, die Auffangeinrichtung BVG oder Sammelstiftungen. Berufskassen existieren für diverse Berufsverbände. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG steht allen offen, die keiner spezifischen Berufskasse beitreten können. Bei eigenen Mitarbeitenden sind auch Sammelstiftungen verschiedener Anbieter möglich.
Fragen rund um die Vorsorge? Gemeinsam finden wir Antworten.
Denken Sie bereits heute an morgen und schaffen Sie so ein wichtiges Polster fürs Alter. Denn je zeitiger im Erwerbsleben Sie mit Einzahlungen beginnen, desto mehr profitieren Sie von Steuerersparungen, Vorzugszinsen und dem Zinseszinseffekt. Lassen Sie Vorsorgelücken gar nicht erst entstehen. Und was immer Sie beschäftigt: Wir beraten Sie gerne persönlich und schaffen Klarheit.
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