So unterschiedlich sparen Jung und Alt
Wer wie und wie viel spart, hängt in der Schweiz stark vom Alter ab. Sparziele, Finanzwissen und Anlagestrategien unterscheiden sich dabei teils erheblich zwischen den Generationen. Das zeigt die repräsentative Spar- und Anlageumfrage 2025, die das Marktforschungsinstitut Intervista im Auftrag der Migros Bank im April 2025 bereits zum vierten Mal durchgeführt hat. Doch bei einem Punkt sind sich alle Generationen einig: Sicherheit steht an erster Stelle.
«Wenig Risiko» ist für alle Altersgruppen das wichtigste Argument bei einer Geldanlage. Sowohl 29 Prozent der 18- bis 29-Jährigen als auch der über 55-Jährigen gaben dies als wichtigsten Aspekt an. Unterschiede zeigen sich jedoch beim zweitwichtigsten Punkt: Während für die Älteren mit 16 Prozent «Beratung» zentral ist, setzen Jüngere sowie die 30- bis 55-Jährigen auf «hohe Kapitalgewinne».
Aktuelle Sparziele
Unabhängig vom Alter spart rund die Hälfte der Befragten für ein allgemeines Finanzpolster. Bei den 30- bis 55-Jährigen ist die Altersvorsorge das häufigste Sparziel, gefolgt von einem finanziellen Polster und Wohneigentum. Die Jüngeren legen vor allem Geld für ein Finanzpolster, Wohneigentum, eine längere Reise und ihre Altersvorsorge zur Seite. Bei den über 55-Jährigen sind die häufigsten Sparziele ein Finanzpolster, die Altersvorsorge und eine längere Reise.
Sparen ohne Plan
Fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten spart bzw. investiert ohne konkrete Strategie. Besonders stark ist dieser Trend bei den 18- bis 29-Jährigen (59 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt jedoch der Wunsch nach Struktur und Beratung: Nur ein Drittel der über 55-Jährigen spart ohne Plan, während sich 46 Prozent gezielt bei einer Bank, Vermögensberatung oder einem anderen Anbieter beraten lassen.
So viel sparen Jung und Alt
Aktuell sparen 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen monatlich bis zu 1000 Franken und rund ein Viertel zwischen 1001 und 3000 Franken. Die 30- bis 55-Jährigen legen mehr Geld zur Seite: Hier können 37 Prozent zwischen 1001 und 3000 Franken sparen und anlegen. Bei den über 55-Jährigen gab ein Viertel 1001 bis 3000 Franken als aktuellen Sparbetrag an und 13 Prozent sogar mehr als 3000 Franken.
Finanzielle Situation
Bei der Umfrage wurde auch die aktuelle finanzielle Situation erhoben. Diese hat sich bei mehr als der Hälfte der Jüngeren (53 Prozent) im Vergleich zur Sparumfrage 2023 verbessert. Auch die 30- bis 55-Jährigen profitieren von besseren finanziellen Bedingungen: Dies gaben 46 Prozent der Befragten an. Für die Mehrheit der älteren Personen (46 Prozent) hingegen hat sich die finanzielle Situation nicht bzw. kaum verändert.
Tiefe Zinsen, kaum verändertes Sparverhalten
Etwa die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung hat ihr Sparverhalten trotz tiefer Zinsen nicht geändert. Mit zwei Dritteln ist dieser Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen besonders hoch. Das fehlende Wissen über Spar- und Anlageformen ist einer der Hauptgründe, weshalb diese Altersgruppe weiterhin so spart wie bisher. Mit zunehmendem Alter spielt das wahrgenommene Risiko, in andere Spar- und Anlageformen zu wechseln, eine bedeutendere Rolle: Ein Viertel bleibt deshalb dem bisherigen Sparverhalten treu. Jüngere Personen, die ihr Sparverhalten verändert haben, entscheiden sich eher für Spar- und Anlageformen mit mehr Risiko (55 Prozent), während für 30- bis 55-Jährige und ältere Menschen ein höherer Zins entscheidend ist (59 Prozent bzw. 49 Prozent).
Wahrgenommene Risiken bei der Geldanlage
Alle Altersgruppen sehen grössere politische und gesellschaftliche Ereignisse als das grösste Risiko für ihre Geldanlage. Besonders ausgeprägt ist diese Sorge mit 63 Prozent bei den über 55-Jährigen. Bei den Jüngeren zeigt sich eine weitere Unsicherheit: 42 Prozent gaben an, dass sie sich zu wenig auskennen und dies zu falschen Investitionen führen könnte.
Digitale Anlage- und Vorsorgelösungen
Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung kann sich vorstellen, digitale Anlage- und/oder Vorsorgelösungen zu nutzen. 18- bis 55-Jährige sind diesen Produkten gegenüber mit über 60 Prozent überdurchschnittlich offen. Fehlender persönlicher Austausch und zu geringe Produktkenntnisse sind die häufigsten Gründe, warum Menschen digitale Vorsorge- bzw. Anlagelösungen bisher nicht genutzt haben.
Interesse an Kryptowährungen
14 Prozent der 18- bis 29-Jährigen investieren derzeit in Kryptowährungen. Und von jenen, die noch kein Geld in Krypto angelegt haben, kann sich mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe vorstellen, künftig darin zu investieren. Mit zunehmendem Alter steigt die Abwehrhaltung: 63 Prozent der 30- bis 55-Jährigen können sich nicht vorstellen, in Krypto zu investieren, bei den über 55-Jährigen lehnen dies sogar 82 Prozent ab.
Beliebteste Spar- und Anlageformen
Trotz neuer Möglichkeiten bleibt das Sparkonto unangefochten auf Platz 1 der beliebtesten Spar- und Anlageformen: 77 Prozent der Schweizer Bevölkerung nutzen es. Und auch hier eint das Argument «geringes Risiko» die Generationen.
Methodik der Umfrage
Im April 2025 führte das Marktforschungsinstitut Intervista die repräsentative Umfrage im Auftrag der Migros Bank durch. Die Befragung erfolgte online bei mehr als 1500 Personen ab 18 Jahren aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin.
Weitere Ergebnisse der Umfrage finden Sie in unserem Blogartikel «Wunsch nach Rendite – Angst vor Risiko: So spart die Schweiz 2025».
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