Bezahlen

Zahlungsmittel Karten, Bargeld & Co.: Wie zahlt die Schweizer Bevölkerung?

Aktuelle Zahlen zeigen: Wenn die Schweizer Bevölkerung zahlt, zückt sie bei 40 Prozent der Transaktionen eine Debit- oder Kreditkarte. Bei fast jeder dritten Transaktionen greift sie zum Handy. Obwohl Barzahlungen laufend an Bedeutung verlieren, will die Schweizer Bevölkerung von einer Abschaffung des Bargelds nichts wissen.

Urs Aeberli
Publiziert Aktualisiert
Lesedauer: 4 Minuten

Welche Zahlungsmittel nutzt die Schweizer Bevölkerung?

Regelmässig erheben die ZHAW School of Management and Law und die Universität St. Gallen den Swiss Payment Monitor zum Schweizer Zahlungsverhalten. Einen klaren Trend zeigt die jüngste Erhebung von Februar 2026: Das mobile Bezahlen via Handy baut seine Stellung als beliebteste Bezahlart aus und wird aktuell bei 31,4 Prozent der Transaktionen eingesetzt. Danach folgten die Benutzung der physischen Debitkarte (23,8 Prozent), die Barzahlung (23,0 Prozent) sowie, mit deutlichem Abstand, die Verwendung der physischen Kreditkarte (17,2 Prozent, siehe nachfolgende Tabelle).

Zahlungsmittel Anteil an Transaktionen des Gesamtmarkts

Mobiles Bezahlen (Handy, Tablet, Smartwatch usw.)

31,4%

Debitkarten (physisch, nicht für mobiles Bezahlen hinterlegt)

23,8%

Barzahlung

23,0%

Kreditkarten (physisch, nicht für mobiles Bezahlen hinterlegt)

17,2%

Rechnung

1,6%

Andere Zahlungsformen

3,0%

Welche «Abrechnungsprodukte» stecken hinter den verwendeten Zahlungsmitteln?

Die obigen Zahlen unterschätzen den Gebrauch von Debit- und Kreditkarten. Denn das mobile Bezahlen via Handy erfolgt vielfach auf Basis einer hinterlegten Debit- oder Kreditkarte. Wird dies berücksichtigt, steigt der Anteil der Debitkarte an den Transaktionen auf 30,4 und jener der Kreditkarte auf 25,4 Prozent, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.

Wenn man das mobile Bezahlen im eigentlichen Sinn als direkte Verknüpfung einer Mobile App mit einem Bankkonto definiert (wie z.B. bei Twint), beträgt der Anteil dieses Zahlungsmittels 14,2 Prozent. Dieser Wert hat sich in den letzten vier Jahren vervierfacht. Darin zeigt sich die wachsende Popularität vor allem der Zahlungsform Twint.

Dagegen nimmt der Gebrauch von Bargeld laufend ab. Wurde z.B. Anfang 2021 gemäss Swiss Payment Monitor noch fast jede dritte Transaktion bar bezahlt, trifft das heute nur noch auf weniger als ein Viertel zu.

Zahlungsmittel aufgeschlüsselt nach Abrechnungsprodukt Anteil an Transaktionen des Gesamtmarkts

Debitkarten

30,4%

Kreditkarten

25,4%

Barzahlung

23,0%

Mobiles Bezahlen im eigentlichen Sinn (direkte Kontoanbindung, wie z.B. Twint)

14,2%

Bank-/Postfinance-Überweisung

2,5%

Mobiles Bezahlen prepaid

1,5%

Andere Zahlungsformen

3,0%

Das Bargeld-Paradoxon: Bargeld immer weniger genutzt und doch als unverzichtbar erachtet

Durchschnittlich tragen die Befragten gut 80 Franken Bargeld im Portemonnaie auf sich und haben rund 700 Franken Bargeld zuhause. Üblicherweise kein Geld zuhause haben 39,5 Prozent der Befragten. 17,0 Prozent erklären, normalerweise kein Bargeld im Portemonnaie zu haben.

Der Zahl jener, die kein Bargeld mehr auf sich tragen, hat den Höchststand seit Beginn der Erhebungen Anfang 2021 erreicht. Gleichzeitig aber verharrt der Anteil jener, die gegen eine Abschaffung von Bargeld sind, mit 68,8 Prozent auf einem hohen Niveau. Damit bestätigt sich der Trend der letzten Jahre: Bargeld wird immer seltener zum Bezahlen verwendet, wird aber von einer grossen Mehrheit der Bevölkerung wertgeschätzt und als erhaltenswürdig, wenn nicht gar erhaltenspflichtig bezeichnet (zu den Gründen siehe nachstehende Box). Entsprechend deutlich war denn auch am 8. März 2026 das Ja der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dass in der Bundesverfassung festgeschrieben werden soll, dass der Bund via Nationalbank stets für genügend Bargeld sorgen soll.

Dem Wunsch nach Barzahlungsmöglichkeiten entsprechen die Schweizer Unternehmen. Gemäss der aktuellen Zahlungsmittelumfrage der Schweizerischen Nationalbank akzeptieren hierzulande 98 Prozent der befragten Firmen für Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs weiterhin Bargeld. Dies, obwohl Bargeldzahlungen relativ hohe volkswirtschaftliche Kosten verursachen, wie eine Studie der Universität St. Gallen errechnet hat. Basierend auf der bestehenden Schweizer Zahlungsinfrastruktur verursacht eine Barzahlung von 20 Franken am Verkaufsstandort volkswirtschaftliche Kosten von insgesamt 2.10 Franken. Dagegen sind es per Kreditkarte bloss 0.80 Franken und per Debitkarte sogar nur 0.50 Franken.

Warum wir doch nicht auf Bargeld verzichten wollen

Bargeld mag unhygienisch und weniger ökologisch als Plastikgeld sein. Und oft sind alternative Zahlungsmittel wie Karten und Handy bequemer, weshalb wir immer weniger bar bezahlen. Trotzdem hält sich der Anteil jener, die gegen eine Abschaffung des Bargelds sind, bei über zwei Dritteln der Schweizer Bevölkerung. Was sind die Gründe für das Festhalten am Bargeld?

– Der im Frühjahr 2024 veröffentlichte Swiss Payment Monitor hat die Nachteile der Bargeldabschaffung untersucht. Am häufigsten wurden die Unannehmlichkeiten für ältere und behinderte Menschen (71Prozent), die Abhängigkeit von der Technik (68 Prozent) und die Einschränkung der persönlichen Wahl des Zahlungsmittels (58 Prozent) genannt.

– Für 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist Bargeld nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel. Dies geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens BearingPoint hervor, die Ende 2024 durchgeführt wurde.

– Zudem empfiehlt der Bund, eine gewisse Summe Bargeld als finanzielle Notreserve für Krisenzeiten zu halten, vor allem in Form von Noten in kleiner Stückelung.

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