Der Umwelt zuliebe: Plastik statt Bargeld beim Zahlen
Wer beim Zahlen Wert auf Ökologie legt, benutzt anstelle von Bargeld die Plastikkarte. Und auf jeden Fall sollte man Zahlungen per Bitcoin vermeiden. Das zeigen Untersuchungen u.a. der schwedischen und der niederländischen Zentralbank.
Zusammenfassung
– CO2-Fussabdruck: Gemäss Zentralbank-Studien verursacht eine Bargeldtransaktion 8,7g CO2-Emission. Zum Vergleich: Bei einer Kartenzahlung sind es nur 0,85 g, bei einer Bitcoin-Transaktion dagegen 402 kg.
– Energiefresser: Bei der Bargeldtransaktion entfällt der grösste Teil der CO2-Emission auf die Bargeldtransporte, bei der Kartenzahlung auf die Zahlterminals und beim Bitcoin auf das IT-Netzwerk.
– Ökologisch zahlen: Wer mit dem kleinstmöglichen CO2-Fussabdruck zahlen will, tut dies mit Karte statt Bargeld – am besten mit einer virtuellen statt physischen Karte.
Wenn die Schweizer Bevölkerung zahlt, zückt sie bei 40 Prozent der Transaktionen eine Debit- oder Kreditkarte. Bei fast jeder dritten Transaktionen greift sie zum Handy. Bargeld kommt immer weniger zum Einsatz – nämlich nur noch bei knapp jeder vierten Bezahlung, so die Ergebnisse des Swiss Payment Monitors vom Februar 2025. Wie ökologisch ist das Ganze? Die Sveriges Riksbank, die schwedische Zentralbank, hat die Nachhaltigkeit von elektronischen Zahlungen und Bartransaktionen verglichen. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Schweiz zu.
Bargeld: Geldtransport als grösster Energiefresser
Gemäss Untersuchung der Sveriges Riskbank verursacht eine Bargeldtransaktion in Schweden 8,7 g CO2. Das entspricht dem CO2-Ausstoss eines benzingetriebenen Autos, das 50 Meter weit fährt. Der grösste Teil des CO2-Fussabdrucks einer Bargeldtransaktion entfällt auf den Bargeldtransport (58 Prozent), gefolgt vom Bancomaten-Betrieb (21 Prozent), der Noten- und Münzproduktion (17 Prozent) sowie der Bargeld-Entsorgung (4 Prozent). Zwei Bemerkungen zu diesen schwedischen Resultaten:
- In Schweden mit seinen grossen Distanzen fällt der Bargeldtransport naturgemäss stark ins Gewicht. Aber selbst in einem kleinräumigeren Land wie den Niederlanden bleibt der Bargeldtransport mit 44 Prozent Anteil am CO2-Fussabdruck der grösste Energiefresser, so eine Untersuchung der niederländischen Zentralbank. Analog gilt dieser Befund auch für ein kleines Land wie die Schweiz.
- Eine entscheidende Rolle neben dem Bargeldtransport spielt auch der zweitwichtigste Energiefresser: die Bancomaten-Infrastruktur. Je mehr Zahlungen aus einem einzelnen Bancomat-Bezug geleistet werden, desto kleiner ist der CO2-Fussabdruck pro Bargeldtransaktion. Eine Untersuchung des Zahlungsdienstleisters Wordline ermittelt für Belgien pro Bancomat-Bezug einen CO2-Fussabdruck von 19,5 g. Da mit diesem einen Bezug die Belgierinnen und Belgier im Schnitt sieben Bargeldzahlungen tätigen, ergibt sich ein CO2-Fussabdruck von nur 2,8 g pro Bargeldtransaktion. In der Schweiz dürften ähnlich viele Zahlungen mit einer einzelnen Geldabhebung getätigt werden wie in Belgien, wie die Daten der Schweizerischen Nationalbank mit den durchschnittlichen Bancomat-Bezügen und Bartransaktionen nahelegen.
Zahlen mit der Karte: Mehr als drei Viertel des CO2-Fussabdrucks durch Kartenterminals
Aber selbst wenn man noch deutlich mehr Bartransaktionen mit ein und demselben Bancomat-Bezug bezahlen würde: Die Barzahlung hat letztlich einen grösseren CO2-Fussbadruck als eine Kartenzahlung. So ermittelt die schwedische Zentralbank pro Kartentransaktion einen CO2-Ausstoss von nur 0,85 g.
Davon werden 78 Prozent durch Herstellung und Betrieb der Kartenterminals verursacht. Nur 21 Prozent entfallen auf die Kartenherstellung und -entsorgung, 1 Prozent auf Übriges wie den Betrieb der Datencenter. Anders ausgedrückt: Durch den vollständigen Verzicht auf eine physische Karte lässt sich der CO2-Fussabdruck um rund ein Fünftel verringern, nämlich auf 0,67 g. Dieser Wert entspricht ungefähr dem Energiebedarf von drei einfachen Google-Suchen.
Checkliste: Wie reduzieren Sie den CO2-Fussabdruck beim Zahlen?
- Verzicht auf Barzahlung: Grundsätzlich sollten Sie digital statt bar bezahlen.
- Wenn es trotzdem bar sein muss: Bündeln Sie Bargeldbezüge, statt mehrfach kleinere Beträge abzuheben. Und statt extra zum Bancomat zu fahren, können Sie das Geldabheben mit dem Einkauf kombinieren und z.B. bequem an der Migros-Kasse Geld beziehen.
- Verzichten Sie auf unnötige Plastikkarten. Schalten Sie beispielsweise mehrere Konten auf ein und dieselbe Visa Debit-Karte auf (Multikonto-Karte).
- Und vor allem: Vermeiden Sie Zahlungen per Bitcoin. Das globale Bitcoin-Netzwerk verschlingt enorme Energiemengen. Eine einzige Transaktion verursacht gemäss Berechnungen der niederländischen Zentralbank 402 kg CO2. Das entspricht über 400'000 Kartentransaktionen!
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