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Solardach: Eignung, Kosten und Planung

Eine Solaranlage auf dem Dach für die eigene Stromerzeugung: Eine solche Photovoltaik-Anlage macht nicht nur ökologisch Sinn, sondern oft auch finanziell. Wann lohnt sich ein Solardach? Wie lässt es sich optimal finanzieren? Und welche Förderprogramme und Steuereinsparungen gibt es? Erfahren Sie mehr dazu in diesem Beitrag.

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Lesedauer: 6 Minuten

Zusammenfassung

– Solaranlagen nützen die Sonnenenergie entweder zur direkten Stromerzeugung (Photovoltaik) oder zur Wärmegewinnung (Solarthermie). Photovoltaik-Anlagen – oder kurz PV-Anlagen – sind in den letzten Jahren immer populärer geworden, da ihre Installationskosten gesunken und gleichzeitig ihre Energieeffizienz gestiegen ist.

– Eine PV-Anlage kann mehrere 10'000 Franken kosten, wenn sie mit einem Batteriespeicher sowie einer Wallbox fürs E-Auto kombiniert wird. Doch über die Lebensdauer von 25, 30 oder noch mehr Jahren zahlen sich diese Investitionen aus.

– Eine PV-Anlage kann z.B. über eine Aufstockung der Hypothek oder den Bezug von Vorsorgegeldern finanziert werden. Zudem gibt es Zusatzfinanzierungen durch Förderprogramme von Bund, Kantonen und Gemeinden.

– Wer den selbst erzeugten Solarstrom nicht verbraucht, speist ihn ins Netz ein und erhält dafür eine Einspeisevergütung. Für deren Höhe gelten seit Anfang 2026 neue Regelungen.

Häufige Fragen (FAQ)

1. Welche Arten von Solaranlagen gibt es?

Solaranlagen nutzen die Sonnenenergie entweder zur direkten Stromerzeugung (Photovoltaik) oder zur Wärmegewinnung (Solarthermie):

  • Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen): Sie wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um, der sich im Haushalt einsetzen lässt (z.B. für Wärmepumpe, Laden des E-Autos usw.). Sie bestehen aus Solarzellen, die aus Halbleitermaterialien wie beispielsweise Silizium gefertigt sind. Die steigende Effizienz und die gleichzeitig sinkenden Kosten der Solarzellen haben in den vergangenen Jahren zu einem deutlich Anstieg von installierten PV-Anlagen geführt.
  • Sonnenkollektoren: Sie nutzen die Wärme der Sonne, um Wasser oder eine andere Flüssigkeit zu erhitzen. Sie bestehen aus Absorbern, die die Sonnenwärme aufnehmen und an die Flüssigkeit weiterleiten. Die erhitzte Flüssigkeit wird dann in einem Speicher genutzt, z.B. für Warmwasser oder Heizungsunterstützung. Aufgrund der gestiegenen Attraktivität von PV-Anlagen ist in der Schweiz die Zahl der installierten Sonnenkollektoren rückläufig.

2. Wie ist bei der Planung einer PV-Anlage vorzugehen?

  1. Potenzial und Eignung prüfen: Klären Sie, ob Ihr Dach hinsichtlich Standort, Grösse und Ausrichtung für eine PV-Anlage geeignet ist. Hauseigentümer können dafür Plattformen wie sonnendach.ch konsultieren.
  2. Konzept entwickeln: Legen Sie fest, welchen Anteil des erzeugten Stroms Sie selbst verbrauchen möchten und ob Sie die Anlage beispielsweise mit einer Wärmepumpe, einer Speicherbatterie oder einer Wallbox für Ihr E-Auto kombinieren möchten.
  3. Offerten einholen und vergleichen: Fordern Sie Angebote von verschiedenen Anbietern an, und vergleichen Sie die eingegangenen Offerten, um die beste Lösung für Ihre Bedürfnisse zu finden.
  4. Kosten und Finanzierung klären: Schätzen Sie die Gesamtkosten, und planen Sie die Finanzierung. Eine PV-Anlage kann beispielsweise durch eine Erhöhung der Hypothek oder den Bezug von Vorsorgegeldern finanziert werden.
  5. Auftrag erteilen: Beauftragen Sie den ausgewählten Anbieter mit der Umsetzung.
  6. Anmeldung der PV-Anlage: Der ausgewählte Anbieter übernimmt für Sie die Anmeldung des Baus der PV-Anlage bei Ihrer Gemeinde und beim zuständigen Elektrizitätswerk.
  7. Montage: Der ausgewählte Anbieter organisiert für Sie die verschiedenen Handwerkerarbeiten durch Installateur, Elektriker, Maurer usw.

3. Benötigen PV-Anlagen eine Baubewilligung?

Seit Inkrafttreten des revidierten Raumplanungsgesetzes ist für PV-Panels auf Dächern keine Baubewilligung mehr erforderlich, und auch ein Ausstecken wie bei Bauvorhaben entfällt. Abgesehen von Sonderfällen, wie beispielsweise denkmalgeschützten Gebäuden, reicht es aus, die PV-Anlage der Gemeinde zu melden.

4. Wie viel kostet eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus in der Schweiz?

  • Eine PV-Anlage für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Jahresproduktion von 13'000 kWh kostet rund 30’000 bis 35'000 Franken. Eine PV-Anlage dieser Grössenordnung kommt in den Genuss einer Bundesförderung von 4700 bis 5900 Franken durch die Zertifizierungsstelle Pronovo, was die Nettokosten entsprechend verringert.
  • Wird zusätzlich ein Batteriespeicher gewünscht, sind dafür weitere 4500-10'000 Franken zu veranschlagen, je nach Grösse des Haushalts und je nachdem, ob auch noch ein E-Auto aufgeladen werden soll.

5. Wie hoch sind die Unterhaltskosten einer PV-Anlage?

Eine PV-Anlage ist wartungsarm. Entsprechend sind die Unterhaltskosten relativ gering, mit rund 200 bis 800 Franken pro Jahr:

  • Regelmässige Wartung und Inspektion (100-300 Franken p.a.): Es empfiehlt sich eine jährliche Inspektion, um die Anlage auf Schäden, Verschmutzungen oder technische Probleme zu überprüfen. Dies kann durch einen Installateur oder einen spezialisierten Dienstleister erfolgen.
  • Reinigung der Solarmodule (bei Bedarf alle 1-3 Jahre, ca. 200-500 Franken): Der Regen reinigt die Module oft ausreichend. In Gebieten mit viel Staub, Pollen oder Schnee kann jedoch eine professionelle Reinigung sinnvoll sein.
  • Wechselrichter-Wartung und Austausch (Rücklage von 100-200 Franken p.a.): Der Wechselrichter hat eine Lebensdauer von rund 10 bis 15 Jahren; ein Austausch kostet je nach Modell 1500 bis 3000 Franken. Es empfiehlt sich daher, pro Jahr 100 bis 200 Franken für den Ersatz zurücklegen.
  • Versicherung (bei Bedarf 100–300 Franken p.a.): Sofern gewünscht, kann eine spezielle Versicherung für PV-Anlagen abgeschlossen werden.

6. Ist das Magnetfeld einer PV-Anlage schädlich?

Elektromagnetische Felder durch PV-Anlagen sind vergleichsweise gering. Die Messwerte zeigen Feldstärken selten über dem Niveau eines Haushaltsgeräts. Diverse Studien kommen zum Schluss, dass keine langfristigen negativen Gesundheitsfolgen bestehen (z.B. Bundesamt für Strahlenschutz Deutschland, Fraunhofer Institut, North Carolina State University / APA Policy 2024 usw.).

7. Wie sind Schäden an der PV-Anlage versichert?

  • Die Gebäudeversicherung deckt Elementarschäden z.B. infolge von Feuer, Sturm und Hagel. Spezielle Gebäudezusatzversicherungen für Solaranlagen decken weitere Schäden, z.B. durch Vandalismus oder Bedienungsfehler.
  • Auch die Migros Versicherungen bieten im Rahmen ihrer Gebäudeversicherung eine Deckung für Schäden an der PV-Anlage. Die PV-Anlage wird in den ersten fünf Jahren zum Neuwert ersetzt, danach zum Zeitwert zuzüglich 20 Prozent des Neuwerts.

8. Wie lange ist die Lebensdauer einer PV-Anlage?

  • Hochwertige Solarmodule haben oft eine Leistungsgarantie von 25 Jahren, wobei sie nach dieser Zeit noch etwa 80 bis 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung erbringen können. Die tatsächliche Lebensdauer kann jedoch 30 oder mehr Jahre betragen.
  • Der Wechselrichter einer PV-Anlage hat eine kürzere Lebensdauer als die Solarmodule und muss in der Regel nach etwa 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden.

9. Was ist mit PV-Anlagen für Balkone, Terrassen oder kleine Flächen, sogenannten «Balkonkraftwerken»?

  • Hierbei handelt es sich um kompakte, mobile PV-Kleinanlagen, die sich unkompliziert als Plug-and-Play-Lösung einfach an die Steckdose anschliessen lassen. Typische Modelle haben eine Leistung von maximal 0,6 kW (600 Watt) und sind bis zu dieser Grösse in der Regel genehmigungsfrei.
  • Die Kosten betragen 500 bis 1000 Franken. Die Amortisationszeit beträgt rund fünf bis zehn Jahre, je nach Standort, Investitionskosten, Eigenverbrauch und Strompreis.

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