Vorsorgen

Generation Selbstvorsorge

Max hat mit 30 Jahren bereits ein solides Einkommen und eine vielversprechende Karriere vor sich. Doch seine Altersvorsorge stellt eine Herausforderung dar. Trotz guter Löhne werden Millennials wie er Schwierigkeiten haben, ein ausreichendes Alterskapital aufzubauen. Die Renten aus AHV und Pensionskasse könnten in Zukunft nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. Daher ist es entscheidend, zusätzliche Vorsorgeoptionen wie die Säule 3a und Fondssparpläne zu nutzen.

Urs Aeberli
Publiziert Aktualisiert
Lesedauer: 4 Minuten

Zusammenfassung

– Herausforderungen der Altersvorsorge: Die Altersvorsorge für Millennials wird durch sinkende Umwandlungssätze und demografische Veränderungen erschwert, was zu geringeren Renten führt.

– Notwendigkeit der Selbstvorsorge: Millennials sollten konsequent selbst für das Alter sparen, um die Lücke der ersten beiden Säulen zu schliessen.

– Säule 3a und Fondssparpläne: Diese bieten steuerliche Vorteile und Investitionsmöglichkeiten, um zusätzliches Vorsorgevermögen aufzubauen.

– Empfohlene Sparstrategie: Es wird empfohlen, etwa 10 Prozent des Bruttoeinkommens in die Vorsorge zu investieren, um langfristig ein ausreichendes Kapital zu sichern.

Warum trifft die Vorsorgelücke Millennials besonders hart?

Nehmen wir das Beispiel von Max. Er erreicht mit seinem Nettolohn den sechsstelligen Bereich, und mit seinen 30 Jahren steht ihm eine viel versprechende berufliche Zukunft offen. Kein Wunder, hat er sich doch kontinuierlich weitergebildet, diverse Auslandaufenthalte absolviert und erste unternehmerische Erfahrungen mit der Beteiligung an einem Start-up gesammelt.

Weniger verheissungsvoll sind dagegen seine Zukunftsperspektiven, was die Vorsorge betrifft. Denn ein angemessenes Alterskapital aufzubauen, wird für ihn schwieriger werden als für seine Eltern, trotz guter Lohnaussichten. Das gilt für die ganze Generation von Max’ Alterskollegen – für die so genannten Milliennials, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind. Millennials leben und arbeiten nämlich anders als frühere Generationen:

  • Teilzeit/Jobsharing, Freelancing, Sabbaticals, längere Mutterschafts- und Vaterschaftspausen: Millennials legen die Schwerpunkte bei ihrem beruflichen Werdegang oft anders als ihre Eltern. Dadurch haben sie weniger Jahre mit vollen Vorsorgebeträgen.
  • Hohe Mieten und Lebenshaltungskosten: Vor allem die Wohnkosten, aber auch Krankenkassenprämien und weitere Lebenshaltungskosten, belasten heute das Budget sehr viel stärker als früher. So bleibt unterm Strich weniger für den Vermögensaufbau.

AHV und Pensionskasse: Warum wird es mit zwei Säulen knapp für die Millennials?

  • AHV (1. Säule): Die laufenden Renten der Pensionierten werden durch die aktuellen Lohnbeiträge der Erwerbstätigen finanziert. Das bedeutet erheblichen demografischen Druck: Die tiefe Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung sorgen dafür, dass immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Rentner Lohnbeiträge bezahlen. Für den Einzelnen bleibt da je länger, je weniger übrig. Um trotzdem das AHV-Rentenniveau zu sichern, sind weitere Mehrwertsteuerprozente und längerfristig wohl auch höhere Lohnabzüge nötig. Mit dem Ergebnis, dass bei Erwerbstätigen wie Max Ende Monat weniger im Portemonnaie bleibt.
  • Pensionskasse (2. Säule): Die betriebliche Vorsorge steht aus denselben demografischen Gründen unter Druck wie die AHV. Doch die Pensionskassen können nicht mit einem Zustupf aus Steuergeldern rechnen wie die AHV. Stattdessen werden die sogenannten Umwandlungssätze in den kommenden Jahren sinken. Beispielsweise ein Umwandlungssatz von 5,5 Prozent bedeutet, dass man pro 100'000 Franken angespartes Alterskapital bei der Pensionierung 5500 Franken Jahresrente erhält. Der Trend geht dahin, dass der Satz für den grossen Teil der Pensionskassenleistungen (nämlich die sogenannten überobligatorischen Leistungen) auf 5 Prozent oder noch tiefer sinkt. Unter Druck stehen die Pensionskassenleistungen noch aus zwei weiteren Gründen. Erstens: Die tiefen Marktzinsen führen zu einer ebenfalls tiefen Verzinsung der Altersguthaben, was den Aufbau des Vorsorgekapitals verlangsamt. Gleichzeitig bestehen, zweitens, Pläne des Bundesrats, das angesparten Vorsorgekapital beim Bezug stärker zu besteuern als heute.

Die Lösung: Säule 3a und Fondssparplan als Ergänzungen

Millennials wie Max werden nicht umhinkommen, konsequent selber fürs Alter anzusparen, statt auf die Vorsorgewerke der 1. und 2. Säule zu vertrauen:

  • Eine Möglichkeit ist die sogenannte Säule 3a. Ihr Reiz liegt darin, dass Angestellte mit Pensionskasse 2026 bis zu 7258 Franken einzahlen und von der Einkommenssteuer abziehen können, selbstständig Erwerbende ohne Pensionskasse gar 36'288 Franken (2027 sind es 7373 bzw. 36'864 Franken). Zu berücksichtigen ist, dass das angesparte Geld frühestens fünf Jahres vor dem AHV-Alter bezogen werden kann. Ein noch früherer Bezug ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich, z.B. zur Finanzierung von Wohneigentum. Angesichts dieser Restriktionen spricht man bei der Säule 3a auch von der «gebundenen» Vorsorge.
  • So empfiehlt sich, auch ausserhalb der steuerbegünstigten Möglichkeiten Vorsorgevermögen aufzubauen. Ideal eignet sich dazu ein Fondssparplan. Damit investiert Max regelmässig konstante Beträge in Fonds seiner Wahl – als umweltbewusster Anleger beispielsweise in Nachhaltigkeitsfonds. Das ist z.B. bei der Migros Bank bereits ab 50 Franken pro Monat möglich.

Rund 10 bis 15 Prozent für die Vorsorge sparen

Fondssparplan und Säule 3a zusammengenommen, sollte Max im Sinne einer Faustregel rund 10 bis 15 Prozent seines Nettoeinkommens als Selbstvorsorge ansparen. Umgerechnet sind das gut 10'000 Franken pro Jahr.

Variante 1 - nur Säule 3a: Nehmen wir an, Max verzichtet auf eine Säule 3a und zahlt ab Alter 30 bis zur Pensionierung alljährlich sowohl den 3a-Maximalbetrag von 7258 Franken als auch noch weitere 4000 Franken in einen Fondssparplan an. Dabei wählt er einen nachhaltig investierenden Strategiefonds mit 85 Prozent Aktienanteil  und einer angenommenen langfristigen Rendite von 5 Prozent. Zum Zeitpunkt der Pensionierung mit Alter 65 hat er so ein Vermögen von 1'016'490 Franken angespart (siehe Tabelle).

Variante 2 - Fondssparplan und Säule 3a kombiniert: Max zahlt ab Alter 30 den Maximalbetrag von 7258 Franken in die Säule 3a ein und weitere 4000 Franken in einen Fondssparplan. Für beides wählt er nachhaltige Strategiefonds mit 85 Prozent Aktienanteil. Die 3a-Einzahlungen kann er vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen, muss aber andererseits die 3a-Gelder beim Bezug wieder versteuern. Unter dem Strich verbleibt ihm mit einem angenommenen Steuerdomizil in der Stadt Zürich 1'016'330 Franken. Das ist minim weniger als in der Variante 1 mit 1'016'490. Aber:

  • Steuervorteile durch gestaffelten 3a-Bezug: Bezieht Max nicht die gesamten 3a-Gelder aufs Mal mit Alter 65, sondern staffelt den Bezug z.B. über fünf Jahre, kommt er in den Genuss einer tieferen Steuerprogression und kann dadurch je nachdem insgesamt rund 30'000 Franken Steuern sparen.  Die Staffelung wird umso wichtiger werden, sollten die bundesrätlichen Pläne zu einer verstärkten Besteuerung von Auszahlungen des Vorsorgekapitals umgesetzt werden.
  • Indirekte Amortisation durch Säule 3a: Die Säule 3a lässt sich bei der Wohneigentumsfinanzierung zur sogenannten indirekten Amortisation einsetzen. Das heisst, Max muss nicht zulasten seines Vermögens laufend Schuldentilgungsraten zahlen, sondern kann diese Amortisation bis zur Pensionierungsalter aufsparen, wenn er die Säule 3a bezieht. Diese wird erst dann mit den Schuldentilgungsraten verrechnet. Die Vorteile für Max: Sein Geld bleibt weiterhin angelegt; gleichzeitig bleibt die Höhe der Hypothek bis zur Tilgung unverändert, so dass er die vollen Hypothekarzinsen von den Steuern abziehen kann.
Vergleich von Selbstvorsorge-Varianen mit und ohne Säule 3a

Variante 1: Nur Fondssparplan*

Variante 2: Fondssparplan + Säule 3a*

Fondssparplan: Einzahlungen Alter 30-65, 11'258 Fr. p.a. 

1'016'490

Fondssparplan: Einzahlungen Alter 30-65, 4000 Fr. p.a. 

361'280

Säule 3a: Einzahlungen Alter 30-65, 7258 Fr. p.a. 

655'210

Säule 3a: Steuerabzüge durch EInzahlungen Alter 30-65

54'950

Säule 3a: Schlussbesteuerung bei Auszahlung

- 55'110

Total

1'016'490

1'016'330

Total nach Berücksichtigung von Steuersparmöglichkeit durch gestaffelte 3a-Auszahlung (ca. 30'000 Fr.)

1'016'490

1'046'330

*Annahme: 100'000 Fr. Jahreseinkommen, ledig, konfessionslos, Wohnort Stadt Zürich. Rechnung ohne Berücksichtigung der Vermögenssteuer.  Gerechnet mit 5% langfristige Fondsperformance.

Säule 3a: Heute beginnen, morgen profitieren.

Denken Sie bereits heute an morgen und schaffen Sie so ein wichtiges Polster fürs Alter. Denn je zeitiger im Erwerbsleben Sie mit Einzahlungen in die 3. Säule beginnen, desto mehr profitieren Sie von Steuerersparungen, Vorzugszinsen und dem Zinseszinseffekt. Lassen Sie Vorsorgelücken gar nicht erst entstehen.

Disclaimer
Diese Informationen richten sich zu Werbezwecken an Personen mit Domizil in der Schweiz und ohne Steuerpflicht in den USA. Sie haben ausschliesslich beschreibenden, informativen Charakter und stellen kein Angebot, keine Anlageberatung und keine Finanzplanung dar. Sie sind keine persönliche Empfehlung zum Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten oder zur Durchführung bestimmter Transaktionen oder zum Abschluss eines anderen Rechtsgeschäftes. Die Migros Bank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der vorliegenden Informationen und lehnt jegliche Haftung für allfällige Verluste oder Schäden irgendwelcher Art ab, welche im Zusammenhang mit diesen Informationen entstehen könnten. Die vorliegenden Informationen stellen lediglich eine Momentaufnahme im Zeitpunkt der Veröffentlichung dar; es erfolgen keine automatischen, regelmässigen Anpassungen.

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