Konjunktur-Prognose: Die Zeit drängt
Seit dem Ausbruch des Konflikts mit dem Iran sind mehr als 60 Tage vergangen, und die Strasse von Hormus bleibt praktisch blockiert, was zu einem erheblichen Anstieg der globalen Energiekosten führt. Die Zeit drängt in vielerlei Hinsicht. Je länger die Blockade andauert, desto grösser wird der Schaden für die Weltwirtschaft sein, insbesondere für Länder mit energieintensiven Volkswirtschaften. Je länger die Treibstoffkosten hoch bleiben, desto schwieriger wird es für Präsident Trump im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November. Auch der Iran befindet sich in einem Wettlauf gegen die Zeit, da seine Öllagerkapazitäten allmählich gefüllt werden.
Die Unsicherheit ist momentan hoch und Verhandlungsvorschläge werden von vornherein abgelehnt. Vor diesem schwierigen Hintergrund versucht die Konjunkturprognose der Migros Bank Klarheit zu schaffen, indem sie die entscheidenden Faktoren für die Konjunktur und die Märkte aufzeigt.
Die Zeit drängt
Im Griff der Energiepreise
Der globale Ölmarkt bleibt aufgrund der weiterhin gesperrten Strasse von Hormus gestört und hinterlässt seine Spuren in den makroökonomischen Daten. Die Inflation steigt weltweit und das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich. Darüber hinaus gibt es noch den Handelskonflikt mit den USA, für den in den kommenden Monaten wichtige Neuerungen erwartet werden.
Die Zentralbanken nehmen sich Zeit
Die ersten Auswirkungen des Iran-Kriegs sind im Anstieg der Inflation zu sehen. Ende April änderten die Fed und die EZB ihre Geldpolitik nicht. Ihr zukünftiger Kurs sieht jedoch unterschiedlich aus. Für die SNB besteht kein Handlungsbedarf.
Stagflationsangst an den Kapitalmärkten
Infolge des Iran-Konflikts sind die Renditen 10-jähringer Staatsanleihen deutlich angestiegen. Die Sorgen der Investoren um die Folgen des Iran-Konflikts für die Konjunktur und die Geldpolitik gewinnen immer mehr an Bedeutung. Besonders betroffen sind europäische Länder. Die Schweizer Kapitalmarktzinsen sind nur im beschränkten Ausmass von der globalen Aufwärtstendenz tangiert.
Der Franken gewinnt einen Teil des Wertverlustes zurück
In der letzten Ausgabe berichteten wir, dass der Franken seit dem Kriegsausbruch an Wert verloren hat. Eine ungewöhnliche Entwicklung während einer geopolitischen Krise, die nicht von Dauer war. In den letzten Wochen konnte der Franken einen Teil seines Wertverlustes vor allem gegenüber dem Euro wieder aufholen.
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