Pflanzenbasierte Ernährung: Nachhaltiger Trend mit wirtschaftlichem Potenzial
Angetrieben von gesundheitlichen und ökologischen Überlegungen, wächst die Nachfrage nach pflanzenbasierten Lebensmitteln rasant. Dieser Wandel bietet nicht nur Chancen für die Lebensmittelindustrie, sondern auch für Investorinnen und Investoren, die in einen dynamisch wachsenden Markt investieren möchten.
In den letzten Jahren ist die Zahl fleischlos lebender Menschen in der Schweiz deutlich gestiegen: 2024 verzichtete bereits jede 19. Person auf Fleisch – dies entspricht einem Anstieg von rund 40 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Auch in anderen Ländern nimmt der Vegetarismus zu – etwa in Deutschland, Skandinavien, Grossbritannien und den USA. Dabei sind die Gründe für diesen Wandel vielfältig: Sie reichen von gesundheitlichen Aspekten über ethische Überzeugungen bis hin zu einem wachsenden Bewusstsein für Umwelt- und Klimafragen.
Das veränderte Konsumverhalten wirkt sich zunehmend auf die Lebensmittelindustrie aus: Produktportfolios werden überdacht, neue Marktsegmente entstehen, und der Bedarf an innovativen, ressourcenschonenden Lösungen wächst. Für Investorinnen und Investoren bietet sich damit die Möglichkeit, gezielt in eine Branche zu investieren, die ökologische Wirkung mit ökonomischer Perspektive verbindet.
Wie pflanzenbasierte Ernährung zum Klimaschutz beiträgt
Im Vergleich zu tierischen Lebensmitteln benötigen pflanzliche Produkte deutlich weniger Wasser, Fläche und Energie. So werden beispielsweise für ein Kilogramm Rindfleisch im Durchschnitt rund 15’000 Liter Wasser benötigt, für Linsen hingegen nur etwa 1250 Liter.
Auch in Bezug auf Emissionen gibt es klare Unterschiede. Während die Nutztierhaltung für rund 14,5 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, verursachen pflanzenbasierte Lebensmittel im Schnitt viel weniger CO₂. Besonders proteinhaltige pflanzliche Alternativen wie Hülsenfrüchte oder Soja schneiden in dieser Hinsicht deutlich besser ab (siehe Grafik unten).
Darüber hinaus spielt auch die Landnutzung eine Rolle: Die Nutztierhaltung beansprucht weltweit rund 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche, liefert aber nur etwa 17 Prozent der globalen Kalorienversorgung. Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung kann somit nicht nur Emissionen senken, sondern auch zu einer effizienteren Flächennutzung beitragen.
Ein Markt im Aufbruch
Mit der zunehmenden Nachfrage nach pflanzenbasierten Lebensmitteln wächst der weltweite Markt für diese Produkte seit Jahren kontinuierlich. Während der Umsatz im Jahr 2020 noch bei rund 29,4 Milliarden Dollar lag, rechnen Marktanalysen bis 2030 mit einem Anstieg auf bis zu 161,9 Milliarden Dollar.
Die Grösse dieser Entwicklung zeigt sich in der breiten Beteiligung: Neben Start-ups, die sich auf pflanzliche Fleischalternativen spezialisieren, erweitern auch traditionsreiche Unternehmen zunehmend ihr Angebot. So führt z.B. die Migros mittlerweile rund 1000 vegan zertifizierte Produkte in ihrem Supermarktsortiment und erweiterte 2020 ihr Angebot mit der Einführung der Marke V-Love, die eine vielfältige Auswahl an pflanzlichen Alternativen bietet. Gemäss der neuen Nachhaltigkeitsstrategie 2030 will die Migros bis Ende 2025 Massnahmen und ein Ziel zur Förderung pflanzenbasierter Ernährung definieren.
Investitionschancen in einem dynamischen Markt
Die Marktentwicklung für pflanzenbasierte Nahrungsmittel bietet Investoren und Investorinnen vielversprechende Chancen. Dabei tragen nicht nur direkte Anbieter pflanzenbasierter Produkte zum Wachstum bei. Unternehmen wie Ingredion und AAK AB leisten einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung pflanzlicher Ernährungslösungen, indem sie innovative Zutaten liefern, die sowohl die Qualität als auch die Nachhaltigkeit pflanzlicher Lebensmittel verbessern.
Wie Ingredion die Zukunft pflanzlicher Proteine mitgestaltet
Mit seiner Produktlinie « Ultra-Performance Proteins » setzt das US-amerikanische Unternehmen Ingredion neue Massstäbe im Bereich pflanzlicher Proteine. Diese Produktlinie ermöglicht es nicht nur, Lebensmittel und Getränke auf Basis von Erbsenprotein herzustellen, sondern hilft Lebensmittelherstellern vor allem dabei, häufige Herausforderungen in Bezug auf Geschmack und Textur pflanzlicher Produkte zu überwinden. Für ihre herausragende Leistung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Textur und Nährwert wurden diese Proteine 2022 mit dem World Plant-Based Award in der Kategorie «Best Plant-Based Sustainability» ausgezeichnet.
AAK AB – pflanzliche Fette für innovative Lebensmittel
Kokos-, Soja-, Shea- und Rapsöle von AAK AB spielen eine Schlüsselrolle bei der Herstellung pflanzlicher Milch- und Fleischalternativen. Diese Öle bieten eine wahre «Win-Win»-Lösung: Sie sind nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch umweltfreundlich und leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion.
Zudem ist das Unternehmen in ein mehrjähriges Forschungsprojekt eingebunden, das gemeinsam mit anderen Branchenpartnern den Geschmack und die sensorischen Eigenschaften von Fleischalternativen weiter optimiert. Auf diese Weise prägt AAK nicht nur die Qualität pflanzlicher Produkte, sondern gestaltet aktiv die Zukunft der pflanzlichen Ernährung mit.
Ausblick
Angetrieben von kontinuierlicher Innovation und steigender Nachfrage transformiert der Trend zu pflanzenbasierter und vegetarischer Ernährung nicht nur die Lebensmittelindustrie, sondern eröffnet dabei auch attraktive Chancen für Investorinnen und Investoren.
Die Vermögensverwaltung Inspire der Migros Bank ermöglicht es, gezielt in Unternehmen wie Ingredion oder AAK AB zu investieren, die aktiv zum Klimaschutz beitragen, und dabei zukunftsfähige Renditen zu erzielen.
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