Nachhaltigkeit

Energieeffiziente Gebäude: Renditeträchtig Investieren in die Zukunft des Bauens

Der Gebäudesektor trägt erheblich zu den globalen CO2-Emissionen bei, bietet jedoch gleichzeitig grosses Potenzial zur Emissionsreduktion durch energieeffizientes Bauen. Durch strengere gesetzliche Vorschriften und eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Bauprojekten eröffnen sich attraktive Investitionsmöglichkeiten.

Benjamin Gränicher
Publiziert
Lesedauer: 6 Minuten

Der Gebäudesektor spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel – mit rund 39 Prozent hat er einen erheblichen Anteil an den weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen. Etwa 28 Prozent davon entfallen auf den Betrieb von Gebäuden, insbesondere auf den Energieverbrauch für Heizung, Kühlung und Beleuchtung. Doch auch sogenannte «gebundene Emissionen», die durch die Herstellung und den Transport von Baumaterialien entstehen, tragen 11 Prozent zu den weltweiten energiebedingten Emissionen bei. Allein die Zementproduktion verursacht rund 8 Prozent der globalen CO2-Emissionen und ist damit die grösste industrielle Quelle von CO2-Verschmutzung weltweit.

Angesichts dieser Zahlen bietet der Gebäudesektor enormes Potenzial, die globalen Emissionen zu reduzieren. Die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden – sowohl während ihres Betriebs als auch in der Phase der Materialproduktion und des Baus – kann einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dieser Ansatz wird bereits durch gesetzliche Vorgaben und Regulierungen gefördert: So legt die EU-Gebäuderichtlinie strengere Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden fest und sieht vor, dass alle neu errichteten Gebäude in EU-Mitgliedsstaaten ab 2030 klimaneutral sein müssen. Der gesamte Gebäudebestand soll bis 2050 klimaneutral sein.

Auch in der Schweiz gibt es strenge Anforderungen an den Energieverbrauch von Neubauten, die oft durch eine Zertifizierung nach SNBS (Schweizer Norm für nachhaltiges Bauen) oder Minergie-P/A-ECO erreicht werden. Als Teil der nationalen Strategie zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 stellen diese Zertifizierungen sicher, dass Neubauten besonders energieeffizient sind und einen minimalen CO2-Ausstoss aufweisen.

Was macht Gebäude energieeffizient?

Energieeffiziente Gebäude minimieren den Energieverbrauch und reduzieren die Betriebskosten durch eine Kombination aus fortschrittlichen Technologien und nachhaltigen Materialien. Zu den Schlüsselfaktoren gehören:

  1. Optimierte Dämmung: Eine gut gedämmte Gebäudehülle verhindert den Wärmeverlust und senkt die Heizkosten um bis zu 40 Prozent. Besonders moderne Materialien wie Vakuumdämmplatten und Aerogele bieten gute Wärmedämmeigenschaften.
  2. Erneuerbare Energien: Die Integration von Solarzellen ermöglicht es Gebäuden, ihren Energiebedarf teilweise oder vollständig selbst zu decken. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion der CO2-Emissionen.
  3. Intelligente Heiz- und Kühlsysteme: Smarte Heizsysteme wie Wärmepumpen und Fernwärme können den Energieverbrauch erheblich senken, indem sie den Bedarf automatisch an den tatsächlichen Verbrauch anpassen.

Marktpotenzial und Investitionschancen

Strengere gesetzliche Vorschriften und die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Bauprojekten schaffen attraktive Investitionsmöglichkeiten im Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens. Investorinnen und Investoren können nicht nur in erneuerbare Energien investieren, die eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Energieversorgung von Gebäuden spielen, sondern auch direkt in nachhaltige Baumaterialien. Allein der Markt für nachhaltige Baumaterialien wird Prognosen zufolge von 302 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 907 Milliarden Dollar im Jahr 2034 anwachsen – dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 12 Prozent.

Unternehmen wie Sika und Compagnie de Saint-Gobain, die in der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Baustoffe führend sind, spielen eine entscheidende Rolle in diesem dynamischen Markt.

Sika – Vorreiterin für nachhaltiges Bauen

Die Schweizer Sika gehört zu den führenden Anbietern von Baustoffen, die den CO2-Ausstoss in der Baubranche signifikant reduzieren. Mit innovativen Lösungen wie emissionsreduzierten Betonzusatzmitteln und Dichtstoffen setzt das Unternehmen neue Massstäbe für nachhaltiges Bauen. Für ihren ganzheitlichen Ansatz zur Nachhaltigkeit und herausragende Green Building Initiativen wurde Sika im Jahr 2024 mit dem Qatar Corporate Social Responsibility (CSR) Award im Bausektor ausgezeichnet.

Compagnie de Saint-Gobain – Energieeffizienz durch Innovation

Saint-Gobain hat sich als globaler Marktführer im Bereich nachhaltiges Bauen etabliert. Für seine fortschrittlichen Lösungen in der Gebäudedämmung und energieeffizienten Fenstern erhielt das Unternehmen mehrfach Auszeichnungen. Seine «Glass Forever» Initiative, die Altglas recycelt und in hochwertiges Flachglas umwandelt, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern, wurde bei den renommierten G24 Awards im Jahr 2024 zur «Nachhaltigkeitsinitiative des Jahres» gekürt.

Sowohl Sika als auch Compagnie de Saint-Gobain tragen mit ihren innovativen Produkten und nachhaltigen Initiativen dazu bei, eine umweltbewusste Bauweise voranzutreiben und spielen damit eine Schlüsselrolle in der Transformation hin zu nachhaltigen Bauprojekten.

Ausblick

Energieeffiziente Gebäude tragen zur Bekämpfung des Klimawandels bei und bieten gleichzeitig vielversprechende Investitionsmöglichkeiten in einem wachsenden Markt. Während das globale Marktvolumen energieeffizienter Gebäude im Jahr 2020 rund 216 Milliarden Euro betrug, liegen die Prognosen für das Jahr 2030 bei 611 Milliarden Euro.

Unternehmen wie Sika und Saint-Gobain, die innovative Lösungen für eine nachhaltigere Baubranche entwickeln, sind gut positioniert, um von diesem Trend zu profitieren. Über das Vermögenverwaltungsmandat Inspire bietet die Migros Bank Investorinnen und Investoren die Möglichkeit, gezielt in Unternehmen zu investieren, die sich für nachhaltiges Bauen und die Reduktion von CO2-Emissionen einsetzen.

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