So unterschiedlich sparen Frauen und Männer
Wie spart die Schweizer Bevölkerung? Unterscheiden sich Frauen und Männer dabei? Diesen Fragen ging die Migros Bank in ihrer repräsentativen Sparumfrage 2025 nach. Das Ergebnis: Während sich bei Themen wie Kryptowährungen oder Bargeldreserven klare Unterschiede zeigen, sind die Gemeinsamkeiten beim Sparverhalten in vielen grundlegenden Punkten gross.
Männer sind neugieriger als Frauen, zumindest wenn es um Kryptowährungen geht. Aktuell investieren 18 Prozent der Männer in digitale Währungen, bei den Frauen sind es nur 7 Prozent. Neugier ist der am häufigsten genannte Grund, um in Kryptowährungen zu investieren. Die Geschlechterunterschiede zeigen sich nicht nur bei Kryptowährungen, sondern auch bei der generellen Bereitschaft für digitale Finanzlösungen. Während sich die Hälfte der Erwachsenen vorstellen kann, digitale Anlage- und/oder Vorsorgelösungen zu nutzen, lehnt gut ein Drittel dies ab. Der Anteil der Frauen (43 Prozent), die dies ablehnen, ist deutlich grösser als bei den Männern (26 Prozent).
Unterschiedlich hohe Bargeldreserven
Aus der Sparumfrage geht auch hervor, dass Männer im Vergleich zu Frauen nicht nur offener für digitale Finanzangebote sind, sondern auch häufiger über höhere Bargeldreserven verfügen. Hohe Bargeldsummen und gleichzeitig Offenheit für digitale Lösungen – ein Widerspruch? Nicht unbedingt, denn Männer haben tendenziell mehr finanzielle Mittel zur Verfügung und setzen diese entsprechend vielseitiger ein.
Männer sparen mehr
Aktuell können Männer häufiger als Frauen monatlich mehr als 1000 CHF sparen oder investieren. Ihre finanzielle Situation hat sich nach Selbsteinschätzung im Vergleich zur Sparumfrage 2023 eher verbessert, während sie für Frauen eher gleichgeblieben ist.
Frauen sparen für Reisen, Männer für Autos
Bei Frauen und Männern sind die drei wichtigsten Sparziele identisch: Altersvorsorge, ein finanzielles Polster für unerwartete Ausgaben und Wohneigentum. Unterschiede zeigen sich jedoch bei den weiteren Sparzielen: Frauen legen häufiger Geld für eine längere Reise zurück, Männer sparen eher für den Kauf eines Autos. Auffällig ist auch, dass nur 11 Prozent der Männer gar nicht sparen, während es bei den Frauen knapp 17 Prozent sind.
Ohne klaren Plan zum Sparziel
Auf die Frage nach ihrem Sparverhalten gaben sowohl Männer (43 Prozent) als auch Frauen (47 Prozent) am häufigsten an: «Ich habe mir nicht genau überlegt, wie ich mein Spar- und Anlageziel am besten erreiche.» An Platz zwei steht bei beiden Geschlechtern die Beratung durch eine Bank oder einen anderen Finanzanbieter. Unterschiede zeigen sich beim dritthäufigsten Vorgehen: Während Männer häufiger auf Börsenbriefe und unabhängige Finanzinformationen zurückgreifen, lassen sich Frauen eher von Familie und Freunden beraten.
Wenig Finanzwissen und wenig Interesse
Der hohe Beratungsbedarf spiegelt das eher geringe Selbstvertrauen in das eigene Finanzwissen wider. So beurteilen 53 Prozent der Frauen ihr Wissen als «überhaupt nicht gut», bei den Männern tun dies nur 27 Prozent. Das mangelnde Wissen ist eine Folge von Desinteresse: Ein Drittel der erwachsenen Schweizer Bevölkerung interessiert sich überhaupt nicht für Finanz- und Anlagethemen. Besonders hoch ist dieser Anteil bei Frauen (42 Prozent) im Vergleich zu Männern (21 Prozent).
Sicherheit ist beiden Geschlechtern am wichtigsten
Bei der Frage, was beim Geldanlegen am wichtigsten ist, zeigen sich zunächst deutliche Geschlechterunterschiede: Frauen legen mit 12 Prozent deutlich mehr Wert auf Nachhaltigkeit als Männer (7 Prozent). Männern hingegen sind möglichst hohe Kapitalgewinne etwa doppelt so wichtig wie Frauen (17 Prozent vs. 8 Prozent). Trotz dieser Unterschiede gibt es eine Gemeinsamkeit: Sicherheit steht für beide Geschlechter an oberster Stelle: Für 21 Prozent der Männer und sogar 32 Prozent der Frauen ist sie das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Dieses ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis spiegelt sich auch in den Sparzielen, etwa der Altersvorsorge, sowie bei bevorzugten Sparmethoden wie dem häufig genutzten Sparkonto wider.
Methodik der Umfrage
Im April 2025 führte das Marktforschungsinstitut Intervista die repräsentative Umfrage im Auftrag der Migros Bank durch. Die Befragung erfolgte online bei mehr als 1500 Personen ab 18 Jahren aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin. Weitere Ergebnisse der Umfrage finden Sie in unserem Ratgeberbeitrag «Wunsch nach Rendite – Angst vor Risiko: So spart die Schweiz 2025».
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