Ein Bankkonto für Ihren Hund? Warum die Idee bares Geld spart
Haustiere kosten Geld – vor allem Hunde. Statt eine Tierversicherung abzuschliessen, können Sie auch ein Sparkonto eröffnen. Das ist eine flexiblere und oft auch günstigere Alternative.
Ein Konto für den Vierbeiner – echt jetzt?
«GiroBello – das Girokonto mit Wau-Effekt»: Die deutsche Kreissparkasse Göppingen informierte am 1. April 2025 über die Lancierung ihres Kontos für Vierbeiner, inklusive kostenloser Bankkarte im stylischen Kauknochen-Design. Viele hielten es für einen Aprilscherz. Und das war es auch. Trotzdem: Die Idee schlug ein. Denn warum eigentlich nicht? Wer einen Hund besitzt, weiss, wie unangenehm es wird, wenn plötzlich eine teure Tierarztrechnung ins Haus flattert.
Die gute Nachricht: Sie benötigen keine Bankkarte im Kauknochen-Design. Aber ein eigenes Sparkonto für Ihren Hund? Das ist alles andere als ein Scherz – es ist eine Option, die Hundehalterinnen und -halter angesichts der Kosten für ihren Liebling ernsthaft prüfen sollten.
So viel kostet Sie Ihr Hund – haben Sie das eingeplant?
Hundeliebe ist unbezahlbar? Leider nicht ganz. Hier kommen die Fakten.
Einmalige Kosten
- Anschaffung: Für einen Hund aus dem Tierheim beläuft sich der Preis auf einige 100 Franken. Für einen Hund vom Züchter ist ein vierstelliger Frankenbetrag zu veranschlagen.
- Anfangskosten: Diese belaufen sich schnell auf 700 bis 2000 Franken – für Futter- und Fressnapf, Hundeleine und -halsband, Bettchen, Tragbox, Spielsachen, Hundekurse sowie Tierarzt (z.B. Impfung, Entwurmung, Chippen, Kastration).
Jährlich wiederkehrende Kosten
- Futter: 600 bis 1800 Franken (je nach Grösse des Hundes)
- Tierarzt: 400 bis 800 Franken
- Impfungen, Entwurmungen: 100 bis 200 Franken
- Hundesteuer: 100 bis 200 Franken (je nach Wohnort)
- Zubehör und Pflege: 100 bis 1000 Franken (insbesondere bei regelmässigem Besuch von Hundesalons sehr kostspielig)
- Total: 1200 bis 4000 Franken (zuzüglich Hundehaftpflicht von 50 bis 100 Franken, sofern diese nicht bereits in der Privathaftpflicht mitversichert ist, sowie zuzüglich fallweiser Fremd- und Ferienbetreuung mit einem Tagessatz von ca. 55 bis 100 Franken)
Wann macht ein Hunde-Sparkonto statt eine Hunde-Versicherung Sinn?
Die obigen Kosten beziehen sich nur auf die absehbaren Ausgaben. Hinzu kommen unabsehbare Ausgaben für Operationen, Zahnsanierungen, Kreuzbandriss usw. Das kann rasch einen vierstelligen Betrag annehmen.
Um sich gegen solche Ausgaben abzusichern, werden oft Kranken- und Unfallversicherungen für Ihren Hund angeboten, mit Jahresprämien von 250 bis 1200 Franken. Dabei bestehen allerdings je nach Versicherung diverse Einschränkungen (Alter des Tieres, genetische oder rassenspezifische Erkrankungen, wie z.B. Atemprobleme bei Bulldoggen oder Hüftgelenk-Fehlentwicklungen bei grosswüchsigen Hunden usw.). Cleverer: Sie eröffnen ein eigenes Sparkonto – nennen Sie es ruhig «Bello-Konto» oder wie auch immer. Überweisen Sie z.B. jeden Monat 100 Franken, und bereits nach einem Jahr haben Sie 1200 Franken beisammen. Ohne Papierkram, Wartezeiten oder abgelehnte Versicherungsleistungen. Ein Hunde-Sparkonto kann also eine kluge Alternative zu einer Hunde-Kranken- und Hunde-Unfallversicherung sein.
Nicht verzichten sollten Sie dagegen auf eine Hundehaftpflichtversicherung. Sie ist in verschiedenen Schweizer Kantonen obligatorisch. Und auch wo sie nicht vorgeschrieben ist, ist sie empfehlenswert. Beispiel: Beim Spaziergang bellt Ihr Hund einen Velofahrer an, der aus Schreck einen Schwenker macht und auf der Strasse mit einem Auto kollidiert. Die Unfallkosten belaufen sich auf mehrere 1000 Franken. Sie werden zum Glück von ihrer Haftpflicht übernommen. Oft ist Ihr Hund bereits automatisch in Ihrer Privathaftpflichtversicherung mitversichert. Separate Versicherungen kosten 50 bis 100 Franken pro Jahr – eine geringe Investition angesichts der vermiedenen Kosten im Schadenfall.
5 Gründe für ein Hunde-Sparkonto
Rasch einmal gibt man pro Monat 100 Franken für teure Take-aways aus. Zahlen Sie das Geld besser auf ein Sparkonto für Ihren Hund ein. Die Vorteile eines solchen Hunde-Sparkontos:
1. Kontrolle: Sie wissen immer, wie viel Geld für Ihren Hund da ist. So vermeiden Sie böse Überraschungen bei Ihrem Haushaltsbudget.
2. Keine Versicherungsbürokratie: Sie sparen sich Kranken- und Unfallversicherungen für Ihren Vierbeiner. Und damit Wartefristen und abgelehnte Rechnungen.
3. Flexibel & jederzeit verfügbar: Ob neue Leine, Spezialfutter oder Not-OP – Sie sind vorbereitet.
4. Einfach & schnell: Ein Sparkonto lässt sich online eröffnen, und ein Dauerauftrag von z.B. 100 Franken auf das Sparkonto ist im E-Banking in wenigen Klicks eingerichtet.
5. Ihr Hund wird’s Ihnen danken: Okay, er wird’s nicht verstehen. Aber er spürt, wenn Sie entspannt bleiben – auch im Ernstfall.
Fazit: Ein Sparkonto für Ihren Hund ist kein Gag – sondern richtig clever
Was als Aprilscherz begann, entpuppt sich als kluger Finanztipp. Ein separates Sparkonto für Ihren Hund hilft nämlich, teure Tierversicherungen zu vermeiden, Ihre Ausgaben im Blick zu behalten und im Notfall handlungsfähig zu bleiben.
Warten Sie nicht auf die nächste Tierarztrechnung – eröffnen Sie Ihr Hundekonto noch heute. Ihr Hund kann vielleicht nicht rechnen. Aber Sie können es.
Checkliste: Sind Sie finanziell bereit für einen Hund?
– Sie haben eine Deckung für Tierhaftpflicht – sei das im Rahmen Ihrer normalen Privathaftpflichtversicherung oder in Form einer separaten Tierhaftpflichtversicherung.
– Sie können monatlich 100 bis 250 Franken extra einplanen.
– Sie haben Rücklagen von mindestens 1000 Franken für Notfälle, z.B. auf einem Sparkonto.
– Sie sind bereit, Tierarztbesuche nicht aufzuschieben.
Wenn Sie alles abhaken können: Herzlichen Glückwunsch – Ihr Hund bekommt nicht nur Liebe, sondern auch finanzielle Sicherheit.
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